Gadget: Neoprengürtel

Gadget: Neoprengürtel

Da ich in meinem alltäglichen Leben immer wieder gerne auf kleine Hilfsmittel zurückgreife, ob dafür gedacht oder umfunktioniert, möchte ich gerne meine Erfahrungen mit euch teilen. Darum schreibe ich über jegliche Gadgets und andere Hilfsmittel. Gadgets stehen ursprünglich für technische Dinge oder Spielereinen, deren Funktionalität noch nicht bekannt ist. Grundsätzlich sollen sie aber einen bestimmten Zweck erfüllen. Dabei spielt der Spaßfaktor meist eine große Rolle, wobei der Grad zwischen sinnvoller Funktion und Spielzeug oft sehr schmal ist. Kleine Anmerkung: Auch das Smartphone oder Tablet-PCs wurden einst als Gadgets vorgestellt. Ich widme mich allerdings nicht nur technischen Geräten, sondern solchen jeglicher Art. Neben teils sehr hilfreichen, teils eher sinnlosen Gegenständen, können auch alltägliche Gegenstände oder alte Hausmittel fremdverwendet werden und so hilfreich sein.

Eine meiner diesjährigen Anschaffungen war ein sogenannter „Neopren-Gürtel“- wird im Internet unterschiedlich bezeichnet: Bauchweggürtel, Fitnessgürtel, Schwitzgürtel, Hot Thermo Schweiß Neopren Taillenmieder, Fatburner-Taillenformer, etc.. Da ich im Open Water, wie auch im Fließwasser schwimme, kenne ich mich eigentlich recht gut mit Neoprenanzügen etc. aus. Neoprengürtel sind mir dabei aber noch nicht untergekommen. Das gute Teil verspricht allerdings die Förderung des Schwitzens, um so leichter Bauchfett abnehmen zu können. Zusätzlich soll er auch gegen Cellulite helfen. Mit diesem „Trainings“-Utensil schwitzt man während dem Training im Bauchbereich mehr, aber auch beim Tragen im Alltag. Durch das Material und die Passform soll er unter der Kleidung unsichtbar bleiben. Klingt eigentlich eklig, soll aber einen tollen Effekt bieten. Diese Förderung des Schwitzens habe ich bereits durch Tipps, wie bspw. die Umwickelung des Bauches mit Frischhaltefolie oder Müllsäcken gekannt.

Da ich kurz vor der Sommersaison immer wieder versuche meine Bikinifigur zu verbessern, dachte ich mir also, ich versuch‘s einmal. Ok, so habe ich mir den Schwitz- Gürtel im Internet bestellt und voller großer Erwartung das Paket geöffnet. Wie in der Beschreibung fand ich einen Bauchgürtel aus Neopren vor. Anders als gedacht ist dieser aber sehr dünn und erinnert mich irgendwie an einen Nierengurt fürs Motorrad/Moped fahren (ja, ich musste solch einen früher immer tragen) oder einen Bauchweg-Schummler. Trotzdem startete ich voll motiviert eine Trainingseinheit mit meiner neuen Errungenschaft. Dazu musste ich jedoch erstmal in das Teil hineinkommen. Damit es eng am Körper anliegt, ist es folglich auch relativ knapp geschnitten. Blöd nur, dass man so weder gut von unten über die Hüften, noch von oben über die Schultern hinein kommt. Dank winziger Stretchmöglichkeiten schaffte ich es doch und war gleich etwas enttäuscht. Der Gürtel saß zwar am Bauch gut, war im Bereich der Rippen allerdings etwas zu weit, sodass er leicht abstand. Hier muss ich anmerken, dass ich mir den Gürtel in der Größe S bestellt habe, was auch die kleinste verfügbare Größe darstellte. Trotzdem ist er eigentlich ganz bequem, wobei ich es schon sehr ungewohnt finde, da er um den Bauch eng anliegt und daher sehr warm ist. Für den Winter sicher super, im Sommer eher unangenehm. Nichtsdestotrotz schwang ich mich auf den Ergometer und radelte los. Nach 30 Minuten im zügigen Tempo schwitzte ich natürlich – überall. Erstaunenswert ist, dass der Schweiß im Bauchbereich wirklich unter dem Gürtel bleibt. Von außen merkt man hier gar nichts.

Wie ziehe ich den Gürtel jetzt aber wieder aus? Wie schon das Anziehen, stellte sich das Ausziehen ebenfalls als schwierig heraus, wobei es jetzt durch den Schweiß noch etwas kniffliger ist. Schließlich schaffte ich es aber und hüpfte unter die Dusche.

Nun zum Interessanten: Was taugt der Neoprengürtel? Bei sportlicher Betätigung schwitzt man ohnehin, wobei ich schon annehme, dass der Gürtel das Schwitzen am Bauch und Rücken verstärkt. Besonders toll finde ich die einfache Handhabung: nach dem Gebrauch wäscht man den Gürtel einfach während dem Duschen aus, lässt ihn trocknen und kann ihn wieder verwenden. Natürlich testete ich ihn auch im Alltag ohne körperlicher Anstrengung. Hier finde ich den Gürtel nicht ganz so ideal, da er eben sehr warm hält und bei mir einen leichten Juckreiz auslöst. Zudem schlägt er beim Sitzen leichte Falten und verrutscht so etwas. Allerdings bildet sich auch beim Sitzen irgendwann leichter Schweiß.

Mein Fazit: Während dem Sport ist er sicher eine nette Zusatzoption, alleine schon wegen der psychischen Komponente. Um ihm wirklich Effekte zuschreiben zu können, müsste man ihn regelmäßig tragen, was ich nicht getan habe. Ebenfalls toll finde ich die Verfügbarkeit für Männer und Frauen bis zur Größe XXXL. Einziges Manko diesbezüglich: XS wäre für Damen auch nötig. Für den Alltag ist es nicht mein Ding, ist aber auch gut anderweitig als Bauchweg-Schummler oder Warmhalter zu verwenden.

Auch wenn meine anfängliche Euphorie nicht ganz erfüllt wurde, bereue ich die Anschaffung nicht und werde den Neoprengürtel in Zukunft vielleicht auch wieder öfter tragen. 😉

Eure Lena

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