Der Versuch in London fortzugehen

Der Versuch in London fortzugehen

Vor zwei Wochen habe ich meinen Bachelor-Abschluss gefeiert – und zwar in London. Neben Sightseeing, Museumsbesuchen und Shopping waren natürlich das Nachtleben und Konzerte wichtige Programmpunkte. Zu unserem Unglück wurde Letzteres eher zu einer Herausforderung als zu einem schönen Ausklang eines anstrengenden Touri-Tages.

Die Vorgeschichte

Die Idee im Herbst in eine andere Stadt zu fliegen war keine neue, aber das fixe Zeitfenster und die Destination standen noch in den Sternen. Eine Woche vor dem Start unseres Trips entschlossen wir uns spontan dazu, nach London aufzubrechen – natürlich ohne Vorplanung und -wissen. Für die Spontanität gab es zwei Gründe: Einerseits war es nicht klar, ob der Urlaub genehmigt wird, andererseits wusste ich noch nicht, ob ich meine letzte Bachelor-Prüfung bestanden habe. Beides ging im positiven Sinne in Erfüllung und somit stand London nichts mehr im Weg.

Samstag; Anreisetag oder auch: der Tag der „Offenbarung“

Um möglichst viel Geld für die Tage in London parat zu haben, entschlossen wir uns dazu, einen Billigflug zu buchen. Die Schattenseiten daran: Man fliegt zu eher weniger praktischen Zeiten wie zum Beispiel sehr früh oder spät – in unserem Falle spät, was uns aber nicht störte, denn einen Abendflug kann man problemlos zum Vorglühen nützen. Wir landeten gegen 22.00 Uhr in London und waren vollkommen davon überzeugt, dass wir um spätestens 23.00 Uhr unser Apartment erreichen und danach direkt ein Konzert besuchen können. So zumindest die Theorie. In der Praxis fanden wir nach einer etwas längeren Suche um 00.30 finally unsere Airbnb-Unterkunft. Das Konzert haben wir verpasst, aber Partys wollten wir uns nicht nehmen lassen – wollten. Die Tatsache, dass die meisten Clubs in London, die man per Google-Suche findet, im Vergleich zu Berlin nur bis 03.00 Uhr in der Früh geöffnet haben und mindestens eine Stunde von unserer Wohnung entfernt waren, ließen unsere Pläne leider eiskalt ins Wasser fallen.

Mittwoch; Schnittwoch?

Über die Tage haben wir neue Freunde kennengelernt und Pubs, die länger als bis 23.00 geöffnet haben, dafür jedoch Eintritt verlangen, entdeckt. Nichtsdestotrotz galt es, unsere Mission, einen Londoner Club zu besuchen, erfolgreich abzuschließen. Ergo: Mitte der Woche stellten wir unser Glück neuerlich auf Probe. Mit dem am Samstag gelernten Wissen, dass viele Clubs in London verhältnismäßig früh zusperren, entschlossen wir uns dazu, bereits am Nachmittag vorzuglühen. Erfolgreich vorgeglüht stellten wir am Abend fest, dass die Partylocations, die uns interessierten, leider unter der Woche geschlossen haben. Nach langen, intensiven Google-Recherchen fanden wir durch den Suchbegriff „EDM Club London“ (leider) den Club „Egg London“. Mit großer Erwartung betraten wir den Club und verließen ihn mit einer noch größeren Enttäuschung. Die Tatsache, dass der Altersschnitt durch uns geschätzt fünf Jahre gehoben wurde, die Fenster bei Kälte lieber geöffnet als geschlossen wurden, man sich mit den Kosten der Getränke einen Kleinwagen und eine Wohnung leisten konnte und die Musik einfach nur grausig war, evozierten mehr negative als positive Emotionen. Zusätzlich zu unserem Grant hatten wir beide keinen Handyakku mehr, weshalb wir anstatt einer Stunde ca. drei Stunden nach Hause brauchten, weil wir weder Bus noch Busstation finden konnten.

 

Freitag; Abreisetag – letzte Chance Party zu machen

Freitag – heute musste alles nach Plan laufen! Es kann doch nicht sein, dass man eine Woche in London verbringt, aber keinen Club von innen gesehen hat! Nach einem abendlichen Besuch in der Tate Gallery of Modern Arts fanden wir, surprise, surprise, einen nicht weit entfernten Club namens „The Underworld Camden“ und verbrachten dort mit dem besten Rock- und Indie-Hits die letzten drei Stunden in London. Und wie schon zu Beginn erwähnt, fliegen Billigflüge oftmals zu unguten Zeiten, so auch unser Rückflug. Um 02.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Flughafen – aber immerhin, haben wir ein Bier in einem Londoner Club getrunken. Top it!

See ya,

Clarissa

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