Sicher am Rad! Was ihr für die sichere Fahrt beachten müsst

Sicher am Rad! Was ihr für die sichere Fahrt beachten müsst

Die Straßen als Hotspot: Gerade erst gab es neue Zahlen vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) für das Jahr 2017, die die viel zu hohe Unfallzahl in Graz erörterte. Zwar sei die Zahl gegenüber dem Vorjahr um etwa 15 % rückläufig, dennoch sind 417 Unfälle noch immer zu viel. Was ihr unbedingt beachten solltet, um sicher im Alltag unterwegs zu sein, erfährt ihr im heutigen Artikel.

Graz ist als Fahrrad-Hochburg bekannt. Dies muss sich nicht nur auf den Sport beziehen, als vielmehr auch auf den Verkehr. Die kompakte Größe der Stadt ermöglicht es ideal, die Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen – das ist natürlich super, wenn ihr euren Alltag aktiver gestalten möchtet.

Damit steigt aber leider auch die Unfallgefahr im Verkehr: Denn mehr als jeder zweite Unfall eines Radfahrers passiert mit einem Auto. Erst mit großem Abstand kommt es in 13% der Fälle zu „Alleinunfällen“, wo Radler etwa wegrutschen oder in Schienen zu Fall kommen.

Insbesondere der erste Punkt ist ein großes Dauerstreitthema in der Bevölkerung, man merkt direkt, wie der Konflikt zwischen Radfahrern und Autofahrern schwelt – und jede der Gruppen der anderen die Schuld für die Zusammenstöße zuschiebt.

Aus Sicht von jemandem, der sowohl Erfahrungen als Auto-, und auch Radfahrer besitzt, kann ich leider nur sagen, dass ich beide Gruppierungen absolut nachvollziehen kann.

Als Radfahrer merke ich oft, dass Autolenker unglaublich rücksichtslos fahren. Das bezieht sich einerseits auf das „Überholen um jeden Preis“: Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern beim Überholen wird kaum eingehalten. Und obwohl ich mich selbst mit meinem Rennrad als sehr sportlichen Fahrer bezeichnen würde, der durchaus auf der Straße mit den Autos mithalten kann, habe ich nicht nur einmal erlebt, dass ich 30 Meter vor der Kreuzung noch viel zu schnell überholt und dann zur Vollbremsung genötigt wurde, weil der Lenker im letzten Moment (manchmal gar ohne Blinker) nach rechts geschnitten und abgebogen ist. Schwer fahrlässig und eine absolute Frechheit, wenn man die möglichen Verletzungsfolgen betrachtet.

Umgekehrt kann ich als Autofahrer jedoch auch die Wut der Autofahrer über rücksichtslose Radler nachvollziehen. Hier passiert es häufig, dass sich diese bei einer Autoschlange vor der Ampel vorbeidrängen, manchmal leider ohne Rücksicht auf Verluste Kratzer am Lack bzw. Rückspiegel verursachen.

Was ich auch gar nicht leiden kann, sind Radfahrer, die den Gehsteig als Ersatzradweg missbrauchen, bloß um schneller am Verkehr vorbeizukommen und somit die Fußgänger in Gefahr bringen.

Egal, welche Gruppe ihr also angehört: Meiner Meinung nach ist es wichtig, wieder mehr Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu nehmen (was ohnehin selbstverständlich sein sollte!).

Rücksicht im Verkehr ist enorm wichtig

Was könnt ihr tun, um eure Fahrt sicherer zu machen? 

Wenn ihr also das Rad benützt – egal, ob zum Sport, oder nur zum Transport – gibt es einige Dinge, die ihr unbedingt für eine sichere Fahrt beachten solltet.

  • Tragt einen Radhelm

„Wer etwas im Kopf hat, sollte es auch schützen.“

Diesen Spruch habe ich (zum Glück) von Kind auf eingetrichtert bekommen. Wenn es eine Maßnahme gibt, die mit so wenig Aufwand so vielen Verletzungen vorbeugen kann, dann ist es das einfache Tragen eines Schutzhelms.

Im Gegensatz zum Motorradfahren, wo ein Helm verpflichtend vorgeschrieben ist, bleibt dies beim Radfahren den Leuten selbst überlassen, ob sie einen tragen möchten, oder nicht. Lediglich für Kinder bis zwölf Jahre besteht gemäß der Straßenverkehrsordnung § 68 Absatz 6 die Helmpflicht. Warum dies nicht auch für Menschen über dieses Alter hinaus gilt, ist mir unbegreiflich angesichts der möglichen schweren Verletzungsfolgen (bis zum Tod hin), die vom Alter unabhängig passieren. Aus meinem eigenen Bekanntenkreis höre ich oft nur, dass ein Helm „unbequem“ sei, „die Frisur zerstöre“ oder „schlecht ausschaue“ (= nicht zum Outfit passt). Absolut unverantwortlich.

Ich lege euch also wärmstens an Herz, euch einen Radhelm zuzulegen, bzw. diesen auch zu tragen – denn es muss gar nicht an euch allein liegen (siehe Statistik zu Autokollissionen) und ihr könnt ganz unverschuldet in einen schweren Unfall geraten. Tut, was euch möglich ist, um euch zu schützen.

Mehr Infos zur Helmpflicht findet ihr übrigens hier.

Mach’s wie die Profis und trage einen Helm.
  • Achtet auf die Sicherheitsausstattung eures Rades

Nach dem Helm geht es weiter zur Grundausstattung eines Fahrrads, das jedes mit sich bringen sollte. Hier gibt es zum Glück tiefergehende gesetzliche Regelungen, die bestimmte Pflichten vorschreiben:

In der Fahrradverordnung wird vorgeschrieben, dass Fahrräder (auch Mountainbikes!) nur unter diesen Bedingungen verkauft werden dürfen:

Die Räder müssen umfassen:

  • zwei unabhängige Bremsen;
  • Rückstrahler nach Vorne (weiß) und Hinten (rot): Diese dürfen auch in den Scheinwerfer oder das Rücklicht integriert sein;
  • seitliche Rückstrahler (gelb) oder reflektierende Reifen (weiß oder gelb);
  • Rückstrahler an den Pedalen (gelb) oder etwa an den Pedalkurbeln;
  • Glocke, Hupe oder ähnliches.

Es gibt allerdings keine Bestimmung, dass Fahrräder fertig montiert verkauft werden müssen – das bloße Beipacken zum Beispiel der Rückstrahler wäre zulässig.“ (Quelle)

Darüber hinaus gilt für die Verwendung:

„Fahrräder müssen weiters mit Scheinwerfer und Rücklicht ausgestattet sein:
Das Rücklicht darf auch ein Blinklicht sein; Scheinwerfer und Rücklicht können auch aufsteckbar und/oder batteriebetrieben sein; nicht zulässig sind aber Scheinwerfer und Rücklichter, die am Körper getragen werden.

Bei Tageslicht und guter Sicht müssen Scheinwerfer und Rücklicht nicht mitgeführt werden. Alle anderen der oben angeführten Ausrüstungsgegenstände müssen aber immer am Fahrrad angebracht sein – dies gilt auch für die Rückstrahler. Sind die Rückstrahler in Scheinwerfer oder Rücklicht integriert, müssen letztere folglich auch tagsüber mitgeführt werden. Bei schlechter Sicht oder Dunkelheit müssen natürlich – wie bisher – Scheinwerfer und Rücklicht am Fahrrad angebracht sein und es ist mit Licht zu fahren. Diese Bestimmungen gelten auch für Mountainbikes!“ (Quelle)

Und wenn ihr Lenkers eines „Fixie“ (= Fahrrad: über die Kette mit dem Hinterrad fest (fix) verbunden) seid, habe ich schlechte Nachrichten für euch: Vorgestern hat der Verwaltungsgerichtshof (04.12.2017) entschieden, dass die starre Verbindung zwischen Tretkurbel und Hinterrad nicht eine Bremse ersetzt und demnach ohne diese verboten wird. (Zeitungsbericht)

Einzig für Rennräder gibt es Ausnahmen:

„Rennräder (Gewicht maximal 12 Kilogramm, Rennlenker, äußerer Felgendurchmesser mindestens 630 Millimeter, äußere Felgenbreite maximal 23 Millimeter) dürfen – abgesehen von den Bremsen – ohne Sicherheitsausrüstung verkauft und – wie bisher – bei Tageslicht und guter Sicht auch ohne diese Ausrüstung verwendet werden.“ (Quelle)

Viele Räder, die man so in der Öffentlichkeit wahrnimmt, erfüllen diese Voraussetzungen leider nicht, sind häufig in der Nacht unbeleuchtet oder mit nicht mehr vollen tauglichen Bremsen ausgestattet. Im besten Fall riskiert ihr damit eine Verwaltungsstrafe, im schlechtesten Fall eine schwere Verletzung. Es empfiehlt sich also, das Rad in Schuss zu bringen!

Solche Räder sieht man immer wieder.
  • Gefahren des Winters berücksichtigen

Gerade jetzt im Winter treten noch zusätzliche Gefahren auf, die ihr im Verkehr unbedingt beachten solltet. Nicht nur, dass es morgens erst später hell wird bzw. abends schon früher dunkel wird, sondern auch durch die Jahreszeit vermehrt Nässe (bis hin zu Eis) auftreten können, die euren Halt deutlich vermindern können.

Hier stellt besonders das Laub der Bäume eine große Gefahr dar, da sich unter den Blättern die Nässe ansammeln kann und dadurch zu einer rutschigen Geschichte wird. Und wer bei solchen Wetterbedingungen schon über Schienen gefahren ist, weiß ebenso bestens Bescheid, dass dies nicht zu unterschätzen ist.

Doch auch der Rollsplit, der nun wieder zunehmends gegen Frost & Eis gestreut wird, stellt insbesondere bei dünnen Reifen eine zusätzliche Herausforderung dar. Ich werde mein Rennrad wohl in Kürze einwintern und auf das „Allwetterrad“ umsteigen. 😉

Das Wetter ist (zumindest solange kein tiefer Winter herrscht und Eis liegt) für mich kein Grund, das Rad deswegen stehen zu lassen – dennoch ist zusätzliche Vorsicht und Aufmerksamkeit auf jeden Fall angebracht.

Gerade jetzt im Winter sehr gefährlich.

Fazit

Unfälle können überall und jedem passieren. Wichtig ist es also, das seine beizutragen, dass das Miteinander im Verkehr so sicher wie nur möglich sein kann. Tragt einen Helm, achtet auf die Ausstattung eures Rads, seid euch der Witterungsumstände insbesondere jetzt im Winter bewusst und nehmt auf eure Mitfahrer Rücksicht. Wenn ihr diese Tipps berücksichtigt, habt ihr schon einem Großteil der Gefahren erfolgreich vorgebeugt und seid um ein Vielfaches sicherer mit dem Rad in der Stadt unterwegs.

Hast du einen weiteren Sicherheitstipp für uns?

Ich freue mich über deinen Vorschlag.

Bis nächste Woche! Euer Niko


Über den Autor

Niko ist bei Blog Acht Null unser Blogger für Sport in Graz – neben seinem Jus Studium beschäftigt er sich weiters mit Persönlichkeitsentwicklung, Mentaltraining & persönlichem Wachstum und berichtet dabei auf seinem Blog über seine Erfahrungen in Studium, Sport & Persönlichkeitsentwicklung.

http://www.julianclauskoch.com/
Bis zum nächsten Mal! Euer Niko (Bild: http://www.julianclauskoch.com/)
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