Krapfen mit Vanillefülle

Krapfen mit Vanillefülle

So meine lieben Leute, das Ende der Faschingszeit steht uns bevor und wie könnte man dieses Ende würdiger feiern, als mit selbstgemachten Krapfen. Ich gebe selbst zu, dass ich anfangs wirkliche Berührungsängste mit Krapfen hatte, da ich sie als 15-jährige einmal versemmelt hab. Aber da ich dort erst in meiner Probierphase war und mir keiner irgendwelche Tipps gegeben habe, schiebe ich es einfach auf die Inkompetenz anderer. 😉

Wenn man dann ein paar kleine Tipps und Tricks kennt sind sie nämlich wirklich ganz einfach gemacht, brauchen aber wie unser Brot schon, ein wenig Zeit. Aber so ist das immer mit Germteig. Also keine Überraschungen hier.

Ich liebe Krapfen ja in jeder Form, ob mit Marmelade, Vanille- oder Schokocreme, immer her damit. Dies ist auch ein ganz tolles klassisches Rezept für Marmeladekrapfen, aber wenn man mal etwas ausgefalleneres machen möchte, hier gibt es auch ein Rezept für die Vanillefüllung. 😉

Was nun also bei Krapfen (oder wie sie auch in anderen Ländern genannt werden) zu beachten ist, dass man die Arbeitsfläche und die Krapfen selbst im Endstadion wirklich, wirklich, ich kann es nicht oft genug betonen, wirklich gut bemehlt, damit sie auch ihre Form behalten. Zweiter wirklich wichtiger Punkt ist, sie nicht zu heiß zu backen, deshalb empfehle ich für die ersten paar Male ein Thermometer zu verwenden. Damit eben auch wirklich alle Krapfen mit tollem hellen Rand gelingen. 🙂

Dieses Rezept ergibt ca. 15 Krapfen. Also los!

Zutaten für den Teig:

500 g Mehl (Universal oder Glatt)
½ Würfel Germ/ Hefe
50 g Kristallzucker
190 ml lauwarmes Wasser
3 Eier
1 EL Rum
1 TL Zitronenschale
eine gute Prise Salz
100 g weiche Butter
Sonnenblumenöl zum Backen

Zutaten für die Creme:

60 g Kristallzucker
1 EL Vanillezucker (Vanille und nicht Vanillin!)
40 g Maisstärke
4 Dotter
500 ml Milch
50 g Butter

Nun ab zum Kneten! Ich verwende hier meistens meine Küchenmaschine, da der Teig sehr klebrig ist am Anfang. Sonst beginnt ihr einfach mit einem Holzlöffel und knetet den Teig dann per Hand fertig. Zuerst gibt man dann das Mehl in eine ausreichend große Schüssel. Die Germ/ Hefe löst man dann mit Zucker im lauwarmen Wasser auf. Einfach ein wenig rühren und gibt die Mischung dann in eine zuvor gebildete Mulde inmitten des Mehls. Dann rührt man mit einer Gabel ein wenig Mehl mit in die Mischung und deckt das Ganze für ca. 10 Minuten mit einem Geschirrtuch ab. Wenn man das Tuch dann wieder entfernt, sollten sich Blasen in der Flüssigkeit gebildet haben, da die Germ schon arbeitet. Jetzt gibt man alle anderen Zutaten zum Teig, also Eier, Rum, Zitrone und Butter und rührt/ knetet was das Zeug hält. Man muss diesen Teig wirklich gute 10 Minuten kneten, damit er ganz geschmeidig ist, deshalb bei mir auch die Küchenmaschine. Der Teig ist fertig, sobald er sich beginnt vom Schüsselrand zu lösen aber trotzdem noch sehr klebrig ist. Er sollte richtig glänzen und scheinen. 😉

Nun kann man den Teig mit Frischhaltefolie und Tuch wieder bedecken und ca. 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Also dieser Teig braucht wirklich viel Zeit zu gehen, das sind erst die ersten 2 Stunden.

Nach dieser ersten Gehphase nimmt man den Teig samt Schüssel und schlägt ein paarmal auf den Teig ein. Ja, da lest ihr richtig. Ein paarmal einfach richtig drauf. Dann deckt man ihn wieder mit Folie und Tuch zu und lässt ihn 3 Stunden an einem kühlen Ort (darf auch gerne der Kühlschrank sein) gehen. Das garantiert ein wirklich langsames Gehen des Teiges.

Nun ist es Zeit die Kugeln zu formen. Den Teig nehmt ihr jetzt aus der Schüssel, alles wieder gut bemehlen, und knetet ihn einmal kurz durch. Nun teilt ihr den Teig in 15 gleich große Stücke, das ist einfacher wenn man eine Waage benutzt. Jede Kugel sollte ca. 70 g schwer sein. Das garantiert dann wirklich gleich große Krapfen. Diese formt ihr jetzt zu wirklich schönen Kugeln. Dafür rollt ihr den Teig einfach zwischen eurer Hand und der Arbeitsfläche mit sehr wenig oder gar keinem Mehl. So formen sie sich wie von alleine.

Ja, die Krapfen hätten wir ja jetzt, denkt man. Die Kugeln gibt man dann auf die WIRKLICH (!) gut bemehlte Arbeitsfläche, bemehlt sie auch noch oben und deckt sie wieder mit Folie und Tuch zu. So, wieder 1 ½ Stunden gehen lassen. Jaja, ich weiß, viel Zeit, aber es lohnt sich wirklich!

Das Öl gebt ihr dann in eine richtig große, schwere Pfanne und füllt sie sehr hoch. Bis zur Hälfte oder sogar noch ein Stück weiter. Dafür kann man schon einmal gut 2 l Sonnenblumenöl brauchen. Dieses Öl erhitzt ihr jetzt auf ca 160°C. Darunter sollte die Temperatur nicht gehen, da sie sich sonst mit Fett ansaufen, und darüber auch nicht, weil sie sonst zu dunkel werden aber trotzdem nicht durch sind. Diese Temperatur solltet ihr wirklich ernst nehmen.

Wenn das Öl dann die gewünschte Temperatur erreicht hat, sollten die Krapfen langsam in das Fett gegeben werden. Aber wieder Vorsicht, nicht zu viele auf einmal, da die Temperatur in der Pfanne sonst zu stark absinkt. Am Anfang am besten nur 3-4 Krapfen, dann ist man auch nicht so schnell überfordert. So wie ich damals mit 15. Die Krapfen brauchen dann nur 3 Minuten auf jeder Seite und können auf ein Backbelch gegeben werden, welches zuvor mit Backpapier und Küchenrolle ausgelegt wurde. Dort können sie ganz gemütlich abkühlen. Und die nächsten bitte ins Ölbad. Das macht ihr dann so lange, bis sie alle schön goldbraun sind, mit einem kleinen weißen Rettungsring. 😉

Ja, da man wirklich recht viel Zeit dazwischen hat, kann man entweder ein Buch lesen, oder einfach einmal die Vanillecreme vorbereiten. Obwohl die recht schnell fertig ist, also hat man auch noch genug Zeit für ein Buch. 😉 Für die Creme mischt ihr Zucker, Vanillezucker und Stärke erst einmal mit einem Schneebesen, jetzt rührt ihr die Eidotter unter. Die Milch und die Butter kommen gemeinsam in einen Topf und werden dort erhitzt, sobald alles schön dampft, kann die hälfte der Mischung zu den Eiern und wird schnell eingerührt. Jetzt kann alles zusammen wieder in den Topf und wird ebenfalls gut verrührt und bleibt jetzt so lange auf Hitze, bis alles eindickt. Sobald es beginnt einzudicken kann man die Temperatur drosseln und rührt noch für ca. eine Minute, um den Stärkegeschmack loszuwerden. Ist die Creme fertig, kommt sie in eine Schüssel und muss dort erst einmal abkühlen.

Sobald die Krapfen und die Creme abgekühlt sind, wird die Creme noch einmal aufgeschlagen, damit sie auch schön cremig ist und nicht fest wie Pudding. Die Krapfen werden bei mir dann noch in einer Zimtzuckermischung gewälzt, das ist aber völlig optional und für viele vielleicht ein wenig zu süß. Nach dem Zuckerpeeling werden sie dann gefüllt. Dafür nehme ich einfach ein langes Holzstäbchen und bahne schon einmal einen Weg in den Krapfen. Die Creme fülle ich dann in eine Spritztülle mit kleiner Lochtülle und fülle die Krapfen. Ja, fertig. Ging doch schnell.

Ich weiß, diese Zeit ist doch kostbar, aber sobald ihr in einen frischen Krapfen beißt und euch die Vanillecreme entgegenrinnt, war es das sowas von wert.

Somit wünsche ich euch noch einen guten Appetit und bis zum nächsten Mal. 🙂


Über die Autorin

Nach ihrem abgeschlossenen Innovationsmanagementstudium ist Jenny noch auf der Suche ihres weiteren Lebensweges. Was jetzt aber schon sicher ist: ihre Liebe zu Essen, Kochen und Backen hat sie vor Jahren entdeckt und wird sie auch nie wieder verlieren. Was also auch aus ihr werden wird? Sie weiß es noch nicht so genau. Bis sie das weiß, schreibt sie über Essen. 😉

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