Nissan Leaf – Mit Gaspedal bremsen!

Nissan Leaf – Mit Gaspedal bremsen!

ELEKTRISIERT. Elektrisch fahren wird immer aufregender, auch wenn’s nicht um Tesla geht. Der neue Star der Elektro-Szene heißt Leaf, Nissan Leaf.

Mit Elektroautos hatte ich bisher nicht allzu viel am Hut. Und ich gebe es zu, ich bin auch noch keinen Tesla gefahren. Die Begegnung mit dem Nissan Leaf war somit ein erstes Hineinschnuppern in die als Autozukunft gepriesene Stromwelt. Leaf heißt auf gut Deutsch so viel wie Blatt, und das Blatt in der Autoindustrie scheint sich in Richtung Elektroautos zu wenden. Von außen sieht der Nissan wie ein „normaler“ Kompakter aus. Innen ist alles ganz wie in Benzin- oder Dieselautos. Im Detail sieht man dann die großen Unterschiede. Ich drücke den Startknopf, und es bleibt mucksmäuschenstill. Nichts rührt sich. Über einen in der Mittelkonsole platzierten Druckknopf komme in die gewünschte Fahrposition, und mit Druck aufs Gaspedal geht’s los. Das Gaspedal hat es überhaupt in sich. Wer auf E-Pedal-Modus schaltet, braucht das Bremspedal höchstens in einem Notfall. Sonst checkt man alles mit dem Gaspedal: Druck aufs Pedal und die Fahrt kann beginnen, Fuß weg vom Gas und der Wagen bremst von alleine.

Strom sparen
Laut Hersteller kann man bei dieser Fahrmethode Bremsenergie in elektrische Energie umwandeln und an die Batterie abgeben. Das spart an Batteriekraft. Ich bin Elektroauto-Anfänger, daher auch der für Anfänger typische Fehler, mit einem Auge ständig auf die Batterieanzeige zu schauen, immer in der Sorge, ob es sich wohl mit der Reichweite noch ausgeht.
Beim ersten Fahren auf der Autobahn scheine ich zumindest gefühlt ziemlich an Strom zu verbrauchen. Ich schalte die Klimaanlage etwas runter, das soll Energie sparen, und bemühe mich, nicht über 130 km/h zu fahren. Mir kommt das alles ein wenig anstrengend vor, aber offenbar braucht es eine Zeit, bis man den Elektro-Trip so richtig genießen kann. Das Auto kann viel. Ein Pro-Pilot macht den Leaf zum teilautonomen Auto, der Leaf hält automatisch die Spur zum Vordermann, bremst und beschleunigt so, wie die Funktion eingestellt ist.

Die 387 Kilometer Reichweite konnte ich mir bei meiner Fahrweise nicht vorstellen. Knapp 200 Kilometer bin ich gefahren, und zum Schluss waren noch 20 Prozent an Strom für weitere rund 78 km in der Batterie. Aber Aufladen wäre ohnehin kein wirkliches Problem. Der Leaf hat Chademo-Stecker für Schnellladestationen, und da hat man in circa 20 Minuten wieder 80 Prozent Strom im „Tank“. Und das Netz an Ladestellen ist gut.
Das Fahren selbst war angenehm. Der Komfort hoch. Da ist nichts zu meckern. Der Sprint von 0 auf 100 km/h war in 7,9 Sekunden geschafft. Der Erfolg gibt den Nissan-Leuten recht. Der Leaf ist ein Bestseller. Wartezeiten sind entsprechend lang.

 

Motor: Elektromotor, Leistung (maximal) 150 PS (110 kW)
Batterie: Laminierte Lithium-Ionen-Batterie, Kapazität 40 kWh, Batteriezellen 192 m, Ladekabel VSE (2m3 kW) & Mode 3 Typ 2 auf Typ 2 (7,4 kW), Batteriespannung 350 Volt
Fahrleistung: Reichweite kombiniert 378 Kilometer, elektrischer Verbrauch 20,6 kW, Beschleunigung 0–100 km/h in 7,9 Sekunden, Spitzengeschwindigkeit 144 km/h
Abmessungen: Länge 4,5 Meter, Breite 1,78 Meter, Höhe 1,54 Meter, Leergewicht 1640 Kilo, Kofferraumvolumen 394 Liter, Radstand 2700 mm, Wendekreis 11,6 m
Preis: ab 32.950 Euro
Autohaus: Vogl+Co, Schießstattgasse 65, Graz, Tel. 0 316/80 800, www.vogl-auto.at

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