Chinesische gedämpfte Teigtaschen (char siu bao)

Chinesische gedämpfte Teigtaschen (char siu bao)

Manchmal möchte ich einfach etwas schnelles und gutes kochen. Ihr kennt ja bereits meine easy Rezepte, und dieses Rezept ist so ziemlich das Gegenteil davon. Es ist ein wenig aufwendiger aber vor allem sehr zeitintensiv und beinhaltet viele kleine Arbeitsschritte. Aber glaubt mir, das Endergebnis ist es wert. Sobald man die Taschen zubereitet hat, kann man sie auch perfekt einfrieren und wenn man das nächste Mal Lust darauf hat, kann man sie einfach aus dem Gefrierschrank nehmen und dämpfen. Dieses Rezept ergibt nämlich so ca. 24 von diesen Teigtaschen und somit können gut 6 Leute davon essen. Also entweder man veranstaltet gleich eine kleine Party oder man bereitet einfach für den nächsten Gusto vor.

Zutaten für den Teig:

6 Becher (cups) Mehl
¼ Becher (cup) Kristallzucker
1 ¾ Becher (cups) warmes Wasser
1 TL Trockengerm
2 TL weiche Butter

Zutaten für die Marinade:

4 Streifen Bauch vom Schwein
2 Jungzwiebel
1 große Zehe Knoblauch
6 EL Sojasauce
6 EL Reisweinessig
1 TL Sesamöl

Zutaten für die Fülle:

4 EL Sojasauce
4 EL Reisweinessig
restliche Marinade oder Zwiebel und Knoblauch
1 EL Fischsauce
1 TL Worcestersauce
1 TL Sesamöl
1 EL Maisstärke
1 Jungzwiebel

Zuerst beginnen wir damit, das Fleisch in die Marinade einzulegen. Dafür einfach die Jungzwiebel und den Knoblauch in Scheiben schneiden und alles in einen Glasbehälter geben (kann auch einfach eine Schüssel sein). Wenn alles verrührt ist, kann man auch schon das Fleisch mit hinein geben. Am besten wäre es, wenn das Fleisch über Nacht im Kühlschrank durchziehen kann. Mindestens aber sollte es 2 Stunden in der Marinade verbringen dürfen.

Am nächsten Tag kann man den Teig zubereiten. Achtung, auch hier genug Zeit einplanen, der Teig muss lange gehen. Die Zutaten für den Teig kann man einfach mit einer Küchenmaschine kneten und anschließend noch für gut 3 Minuten per Hand. Wenn man ihn nur per Hand knetet, sollte man ihn schon für gut 10 Minuten bearbeiten. Bei der Reihenfolge der Zutaten muss man auch nichts beachten, ich gebe einfach immer alles in eine Schüssel und lasse den Germ nicht vorher im warmen Wasser quellen. Fertig ist der dann, wenn er sich geschmeidig anfühlt und bei leichtem Andrücken mit dem Finger, sofort in seine Form zurück springt. Sollte der Teig zu trocken sein, einfach etwas Wasser zufügen und umgekehrt genau gleich, sollte er zu klebrig sein, einfach etwas Mehl hinzu geben. Den Teig deckt man nun mit Frischhaltefolie und einem Geschirrtuch ab. In der Schüssel darf er dann für mindestens 2 Stunden an einem warmen Ort rasten.

In der Zwischenzeit kann man die Bauchfleischstreifen dann schon einmal in etwas Erdnussöl anbraten, schön braun sollten sie sein. Das Fleisch lässt man dann etwas abkühlen und schneidet in der Zwischenzeit die Jungzwiebel in kleine Ringe. Außerdem kann man die Sauce schon einmal anrühren. Einfach alles in einer Schüssel mit einem Schneebesen verquirlen. Die Fleischstreifen kann man nun in kleine Würfel schneiden und zusammen mit dem Jungzwiebel in derselben Pfanne wie zuvor anbraten. Wenn alles schön Farbe genommen hat, kann man mit der Sauce aufgießen und diese unter STÄNDIGEM Rühren, andicken lassen. Die Fülle kann man dann vom Herd und zur Seite stellen und ein wenig abkühlen lassen.

Nun können wir uns wieder dem Teig widmen. Dafür den Teig einfach nochmal kurz durchkneten und in 24 ca. gleich große Bällchen formen. Nun kann man jeden Teigball zu einer Scheibe ausrollen und zwar so, dass die Mitte etwas dicker bleibt und die Ränder schön dünn ausgerollt werden. Damit der Teig auf der Fläche nicht kleben bleibt, darf man gerne etwas Mehl verwenden. In die Mitte der kleinen Disc kann man nun einen guten Teelöffel Fülle geben und den Teig darum schließen. Wie man den Teig zusammendrücken muss, dass er so aussieht wie auf den Fotos, kann man nur ganz schwer erklären. Im Prinzip ist nur wichtig, dass keine Fülle aus den Taschen austreten kann, aber wenn man so authentisch als möglich arbeiten möchte, sieht man sich am besten ein Video auf YouTube dazu an. Sind die Taschen erst einmal fertig, kann man sie auf kleinen Backpapierquadrate setzen, diese habe ich zuvor per Hand selbst zugeschnitten, daraus braucht man keine Wissenschaft zu machen. Sind erst einmal alle fertig, sind sie bereit gedämpft zu werden. Dafür einfach in einen Bambusdämpfer oder anderen Dämpfer geben und für 10 Minuten dämpfen lassen, das Wasser darf dafür gerne sprudeln, allerdings sollte es die Taschen nicht berühren, sondern nur der Dampf. Ich habe zum Dämpfen meinen Reiskocher mit Dampfeinsatz verwendet, da beim Bambusdämpfer bei einer Freundin ist. Das hat übrigens toll und stressfrei funktioniert, obwohl ich des öfteren dämpfen musste, da dieser Korb nur 4 Teigtaschen fasst. Achtet darauf, dass eure Taschen nämlich genug Platz haben, da sie noch stark aufgehen.

Das war heute ja einmal ein langes Rezept, aber prinzipiell sind die Schritte nicht schwierig oder gar unmöglich auszuführen, jedoch wie am Anfang betont, ist hier alles ein wenig zeitintensiv. Aber das Rezept ist es auf jeden Fall wert, nachgekocht zu werden, da es so lecker schmeckt.

Somit wünsche ich euch noch einen guten Appetit und bis zum nächsten Mal. 🙂


Über die Autorin

Nach ihrem abgeschlossenen Innovationsmanagementstudium ist Jenny noch auf der Suche ihres weiteren Lebensweges. Was jetzt aber schon sicher ist: ihre Liebe zu Essen, Kochen und Backen hat sie vor Jahren entdeckt und wird sie auch nie wieder verlieren. Was also auch aus ihr werden wird? Sie weiß es noch nicht so genau. Bis sie das weiß, schreibt sie über Essen. 😉

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