Laras Tagebuch, Tag 1

Laras Tagebuch, Tag 1

Tag 1: Biedermeier, Staus und Sushi

Die junge Grazerin Lara Arikan schreibt ein Reisetagebuch aus dem Urlaub in ihrer zweiten Heimat, der Türkei.

Nach 2 Stunden im Flugzeug und einem “special meal” (Geschenk meines Vaters) zum Frühstück hatte ich am Flughafen in Istanbul das Vergnügen nicht weniger als eine Stunde in der Schlange für die Passkontrolle anzustehen. Als ich nun endlich kontrolliert wurde, und dies mit einer unglaublichen inneren Ruhe des Beamten, mit anderen Worten: er hat sich sehr viel Zeit gelassen, durfte ich meinen Koffer aufsuchen. Ich war also auf dem Weg zu diesen Fließbändern, als ich bemerkte, dass das Fließband 11, das für die Koffer aus Graz, sich nicht bewegt. Ja, ich habe es tatsächlich geschafft so lange anzustehen, dass ich die Ausgabe der Koffer meines Fluges verpasst habe und meinen eigenen dann aus der Fundstation abholen durfte. Meine Oma war so lieb und holte mich vom Flughafen ab. Angekommen in Bakirköy, einem Vorort mit insgesamt 2 Millionen Einwohnern, ja es ist ein „Vorort“, saß ich mit meiner Großmutter in ihrem Wohnzimmer, ganz in Biedermeier eingerichtet und „genoss“ den hallenden Verkehrslärm, der durch nichts übertönt werden konnte. Als mein Vater von der Arbeit kam, da war gegen 16:30 Uhr hatten wir schon unseren Tisch um 19:00 Uhr in einem Restaurant reserviert. Und jeder der schon einmal in Istanbul war kann sich denken, dass wir um 17:00 Uhr losgefahren sind: Rushhour. Ja, wir haben es geschafft 2 Stunden im Stau zu stehen für eine Strecke von insgesamt 15km. Aber jetzt kommt der interessante Teil des Tages: Nun waren wir nämlich in einem der moderneren Viertel und spazierten entlang an Alleen aus den großartigsten architektonischen Leistungen der letzten 5 Jahre. Diese Hochhäuser mit mindestens 30 Stockwerken sind extrem futuristisch designt und dienen sowohl als Büroräumlichkeiten als auch als unnatürlich große Einkaufszentren! In einem dieser gigantischen Gebäude ist unser Ziel: Das angeblich beste Sushi in ganz Istanbul. Ja natürlich, der erste Tag in Istanbul und gleich japanisches Essen passt natürlich nicht sehr gut, aber wenn man Sushi so sehr liebt wie ich, kann man ein Auge zudrücken. Und ja es war wirklich das beste Sushi, das ich je gegessen habe.

Jetzt sitze ich in der Wohnung meines Vaters in Atasehir, einem ebenfalls modernerem Gebiet auf der asiatischen Seite, und erfreue mich an unserer Klimanlage. Morgen gehen wir es wahrscheinlich ruhig an und besichtigen eines dieser enormen Kaufhäuser.


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