Laras Tagebuch, Tag 5

Laras Tagebuch, Tag 5

Tag 5: Landschaftsparadies

Die junge Grazerin Lara Arikan schreibt ein Reisetagebuch aus dem Urlaub in ihrer zweiten Heimat, der Türkei.

Dieser Tag gestaltet sich schon wesentlich spannender. Morgens gegen 10:00 fuhren wir los und durch beeindruckende Landschaften diesmal. Sowohl durch wurderschöne Villenviertel als auch durch Kilometer lange Felder mit nicht einmal einer Tankstelle in Sichtweite. Nach guten zwei Stunden kamen wir zu einem See, etwa so groß wie der Schwarzl aber völlig naturbelassen. Es war nicht ein Cafe daneben erbaut worden und Bademöglichkeit gab es erst recht keine, weil die „Anwohner“, die einen guten Kilometer entfernt vom See wohnen, Angst haben, dass die Leute versinken, da es sich um eine Art Sumpf handelt, der als Boden des dient. So schlau wie mein Vater, meine Schwester, mit neun Jahren, und ich sind sind wir natürlich in Flip-Flops schnurstracks zu diesem See marschiert und das war ein Fußmarsch von einer halben Stunde, da es nicht gerade eben war. Wir gingen durch ausgerottete Felder, wo die restlichen dicken Gräser uns in die Füße stachen und kletterten über Wurzeln und versuchten bei besonders steilen Stücken nicht schneller als die anderen zu sein, indem wir den Weg hinunterrutschen. Angekommen beim See stellten wir fest, dass es wirklich ein ordentlicher, riesiger Sumpf war. Wenn man sich nämlich knapp ans Ufer stellt, sinkt man. Nur etwa bis zu den Knöcheln, aber man sinkt. Und beim Hineingehen sinkt man bis fast zu den Knien. Als wir zurück zum Auto kamen, stellten wir fest, dass alle Türen offen waren und unsere Oma nicht da. Erster Gedanke: Raubüberfall. Was wirklich passiert ist: Meiner Oma war es zu heiß im Auto, verständlich bei 40 Grad, und deswegen waren die Türen offen. Sie war nicht da, weil sie uns gesucht hat. Gott sei Dank war noch alles da, und nach weiteteren zwei Stunden Autofahrt waren wir im Paradies, das man nicht anders als mit Bildern beschreiben kann.

   


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