Nicht sprechen, aber singen!

Nach Schlaganfällen gibt’s Erfolge durch Therapie mit Gesang und Musik.

Es beginnt oft mit einem Kribbeln auf der Hand und endet meist fatal. Der Beginn eines Schlaganfalles wird selten erkannt, die Folgen aber sind gravierend: Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen. Nach einem Schlaganfall muss der Patient verlorene Fähigkeiten neu erwerben. Dabei lassen sich mit Klavier und Gesang schneller Erfolge erzielen als mit den herkömmlichen Methoden.

Das bestätigt auch der Musikmediziner Christian Münzberg, der nach Arbeiten in Deutschland diese Therapieform auch in Graz verstärkt anbieten möchte. Münzberg: „In  Deutschland ist die Musiktherapie in der frühen Rehabilitation nach einem Schlaganfall mit Sprachausfällen Mittel an vielen Kliniken geworden. In der Facharztausbildung für Rehabilitationsmediziner ist Musiktherapie ein Pflichtfach geworden.“
Musiktherapeuten gibt es in Graz kaum. So ist am LKH keine einzige Stelle für Musiktherapie vorgesehen, in der Landesnervenklinik Sigmund Freud hingegen, so Münzberg, gibt es einige Kollegen. Auch in Kainbach ist ein engagierter Therapeut tätig. Mancherorts werden Musiktherapiestunden angeboten.  Generell ist Graz, so der Musikmediziner, aber deutlich unterversorgt.

Laut Münzberg kommt grundsätzlich jeder Schlaganfallpatient für eine Musiktherapie in Frage, wenn er nicht eine besondere Geräuschempfindlichkeit oder Abneigung gegen Musik hat. Es gibt Fälle, wo Patienten „Alle meine Entchen“ zwar nicht sagen, aber singen können. „Ich habe mit Menschen nach dem Aufwachen am Bett gearbeitet und sie später in eine Musikgruppe eingliedern können“, berichtet Münzberg. Statt Klavier setzt er lieber Xylophone und Trommeln ein. Münzberg wird mit einer Kollegin eine Praxis in Geidorf eröffnen und Rehabilitationspatienten betreuen.
Warum Menschen überhaupt auf Musik ansprechen? Es liegt uns im Blut. Der Körper ist musikalisch, denn wir gehen rhythmisch und sprechen in Melodien.

 

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Vojo Radkovic

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