• TOP topflop
    Christian Purrer, Vorstandssprecher

    Mit unternehmensinternem Führungs-Know-how hat er bereits gepunktet, jetzt wurde er Vorstandssprecher der Energie Steiermark.

  • FLOP topflop
    Gerhard Kurzmann, FPÖ-Landesrat

    Leider auch diese Woche Flop für Kurzmann, der sich in Sachen „Juden-Sager“ hinter Parteichef Heinz-Christian Strache gestellt hat.

  • IN topflop
    Gelenke schonen

    Schwimmen und Wassergymnastik stärken die Gelenksmuskulatur. Gut gegen Entzündungen: Vitamin E, Gemüse wie Brokkoli liefert Mineralien.

  • OUT topflop
    Gelenke be- und überlasten

    Gelenkserkrankungen sind schmerzhaft, schränken die Lebensqualität ein. Daher: Übergewicht und Überbelastung wie Extremsport meiden.

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06.07.2009, erstellt von

Pillen: So süchtig sind die Grazer


Ob Antistress-Pille oder Schlaftropfen, Grazer bewältigen Alltag oft nur mehr mit medikamentösen „Helfern“.


Die Medikamentensucht verschlimmert sich - Suchtkoordinator Ulf Zeder schlägt Alarm. (Foto: Bilderbox)


Hektik, Stress, wachsender Druck im Arbeits- und Privatleben – das lässt die Grazer vermehrt zur Pillendose greifen. „Um funktionieren zu können, oder einfach, um sich aus dem harten Alltag wegzubeamen, wird vermehrt zu Tabletten gegriffen – und es besteht die Gefahr, dass sich das noch verschlimmert“, macht Ulf Zeder, Suchtkoordinator der Stadt, auf ein brisantes Thema aufmerksam. Immerhin gelten bereits 4000 Grazer als medikamentenabhängig, die in schweren Fällen bis zu 30 Tabletten pro Tag schlucken. Zeder: „Zudem waren fast 90 Prozent aller Drogentoten in Graz auch medikamentenabhängig.“ Zu 70 Prozent sind die intensiven Pillenschlucker Frauen – der Einstieg passiert meist zwischen 40 und 50 Jahren, wo viele Krisen durchleben. Aber, so Zeder, bereits in der Kindheit kann die Basis für eine Abhängigkeit gelegt werden, wenn Gefühle nicht ausgelebt, sondern Prüfungsangst und Lernstress mit Medikamenten, seien es auch nur Notfallstropfen oder Globuli, bekämpft werden.


Zeder weist auch auf die wachsende Problematik hin, dass Ärzte immer weniger Zeit für Patienten haben, einem Problem nicht wirklich auf den Grund gehen können und so Tabletten verschreiben, wo vielleicht auch andere Methoden, wie ausführliche Gespräche, helfen würden. Problematisch: „In Altenheimen werden mitunter bis zu 30 Prozent der Bewohner, teils aus Bequemlichkeit, mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln ruhig gestellt.“

40 Packerln im Monat

„Von der unauffälligen Medikamentensucht wegzukommen, ist übrigens viel schwieriger als von Drogen oder Alkohol. Der Entzug muss in schweren Fällen stationär erfolgen, Betroffene haben oft über Wochen mit starken Symptomen wie epileptischen Anfällen zu kämpfen“, betont Manfred Gaishofer von b.a.s., der steirischen Gesellschaft für Suchtfragen. Der Einstieg hingegen geschieht meist absolut harmlos. „So kann etwa die häufige und regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln bei Kopfschmerzen einen so genannten Medikamentenkopfschmerz hervorrufen, der dann wieder eine Medikamenteneinnahme notwendig macht. Das ist ein Teufelskreis“, warnt Harald Klier, Arzt in der GKK.


Diese kontrolliert auch die medizinische Notwendigkeit (etwa Transplantation, Mehrfacherkrankungen), wenn Vielfachverordnungen auffallen – mitunter werden nämlich bis zu 40 Pillenpackungen pro Monat „konsumiert“. Schmerzmittel führen mit Aufputsch-, Beruhigungs-, Schlaf- und Abführmitteln die Hitliste der „little helper“, teils auch rezeptfrei oder aus dem Internet bezogen, an.

 

Sie erreichen die Autorin unter:

Mag. Johanna Vucak

Telefon: 0316/7070-22
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Email: johanna.vucak@media21.at