Einst so gut wie eine reine Männerdomäne, ziehen sich jetzt vermehrt Frauen den Ärztekittel an – am Grazer Universitätsklinikum ist der Anteil von Medizinerinnen innerhalb von fünf Jahren um mehr als 28 Prozent angestiegen, mit 645 zu 692 liegt man fast schon Kopf an Kopf. Und, so KAGes-Vorständin Dr. Petra Kohlberger, hält die Entwicklung an – das ist zu erwarten –, dann haben die Frauen die Männer schon bald überholt.
Auch im niedergelassenen Bereich sind die Praxen vermehrt in weiblicher Hand – allein in Graz wird mehr als jede dritte Kassenordination bereits von einer Frau geführt. Peter Staud von der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse: „Wir verzeichnen diesen großen Frauenandrang seit etwa zwei Jahren. Und der hat dazu geführt, dass etwa bei den Allgemeinmedizinern der Ärztinnenanteil bereits bei 41 Prozent liegt, bei den Kinder- und Lungenfachärzten wird bereits jede zweite Praxis von einer Frau geführt.“
Steiermarkweit ist der Medizinerinnenanteil innerhalb von neun Jahren um rund 26 Prozent gestiegen.
„Grundsätzlich absolut begrüßenswert“, betont Kohlberger, doch sie ortet auch einige Wermutstropfen: „Diese Entwicklung hat auch damit zu tun, dass der Medizinberuf kein Top-Job in Sachen Verdienst mehr ist. Wenn Männer großes Geld und große Karriere machen wollen, dann gehen sie lieber in die Wirtschaft. Und dort, wo sich in der Medizin Geld machen lässt, sitzen ohnehin nach wie vor die Männer – wir haben in der Steiermark etwa nur fünf weibliche Primarärzte, am Klinikum werden gerade einmal vier klinische Abteilungen von Frauen geführt. Da gibt es Aufholbedarf.“
Übrigens: Das Grundgehalt der Ärzte liegt am Uniklinikum Graz zwischen 2149,70 Euro und 5547 Euro.
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