Ein neu gegründetes universitäres Zentrum ist am Uniklinikum Graz der jüngst gesetzte Schritt, um die steigende Zahl an Herzpatienten („der Grazer“ berichtete!) in den Griff zu bekommen. „Im Mittelpunkt steht dabei die interdisziplinäre Betreuung. Ein Chirurg, ein Kardiologe und ein Herzanästhesist finden im gemeinsamen Gespräch mit dem Patienten die für ihn optimale Behandlungsform heraus“, gibt Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstand der Uniklinik für Chirurgie, Einblick in das neue Modell. Die Vorteile: „Der Patient wird nicht mehr von Facharzt zu Facharzt geschickt und mit einer Flut an verschiedenen Meinungen konfrontiert. Weder Chirurg noch Kardiologe sollen ihre jeweiligen favorisierten Methoden schmackhaft machen, sondern gemeinsam wird nach der für den Betroffenen besten Lösung gesucht.“
„Das bedeutet entweder chirurgischer Eingriff durch einen Herzchirurgen, interventioneller Eingriff durch einen Kardiologen oder kombinierter Eingriff von Herzchirurgen und Kardiologen“, erklärt Burkert Pieske, Leiter der Kardiologie. Die Aufklärungsgespräche werden in der Herzambulanz durchgeführt, wo jetzt auch ein brandneues Ultraschallgerät steht. Gut vorbereitete Patienten sind für Tscheliessnigg ein weiterer Ansatzpunkt für effizientere Abläufe: „Da ließen sich auch die Ordensspitäler einbinden. Wenn die Patienten von dort mit allen Voruntersuchungen zugewiesen werden, müssen hier nicht teure Uniklinik-Betten zur Verfügung gestellt werden. Die Verweildauer ist kürzer, überflüssige Aufnahmen bleiben erspart. Große Hoffnungen werden auch in den neuen 7 Millionen Euro teuren „Container-OP“ gesetzt, der über einen Herz-/Hybrid-OP, einen OP für Thoraxchirurgie und einen nicht bestückten für Rochadefälle verfügt – in einem ersten Schritt sind 200 zusätzliche Eingriffe pro Jahr geplant.
Herzfakten:
- Mehr als die Hälfte aller Todesfälle geht in der Steiermark auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Jährlich kommt es zu rund 1500 Herzinfarkten.
25 Prozent der Infarktpatienten sterben, bevor sie das Krankenhaus erreichen. - Allein auf der Kardiologie des LKH werden jährlich 20.000 Patienten stationär und 5000 ambulant betreut.
- Auf der Herzchirurgie werden jedes Jahr an die 1200 Herzoperationen durchgeführt, weitere 3000 Patienten werden ambulant betreut.
- Neuer Containerzubau macht bis zu 400 zusätzliche Eingriffe im Jahr möglich.
- 100 Patienten stehen zurzeit auf der Warteliste.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit in einem universitären Herzzentrum soll Versorgung künftig optimieren.
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Sie erreichen die Autorin unter: Mag. Johanna Vucak |
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