Nachbarn als neuer Einbrecher-Schreck
Weil die Einbrüche vor allem in den Randbezirken so stark zunehmen, fördert die Stadt jetzt den Nachbarschaftsschutz.

(Foto: KK)
Deutlich mehr Einbrecher suchten 2009 in den ersten vier Monaten Grazer Wohnungen heim; in Einfamilienhäuser – vor allem in St. Peter und Waltendorf – wurde heuer beinahe dreimal so oft eingebrochen wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Höchste Zeit also für Gegenmaßnahmen, schlägt Bürgermeister Siegfried Nagl Alarm.
Eine davon: Nach Wiener und britischem Vorbild (neighbourhood watch) sollen in Graz Nachbargemeinschaften entstehen, um Kriminalität zu reduzieren oder ganz zu verhindern. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Nachbarn sollen in Siedlungen nur ein wenig mehr „aufpassen“ und bei ungewöhnlichen Ereignissen richtig reagieren. „Da geht es eben auch um Zivilcourage“, appelliert Nagl an alle Grazer, sich in dieser Art nachbarschaftlich zu organisieren.
Von allein geht das aber bekanntlich nicht, weiß auch Nagl. Entsprechende Unterstützung wird’s daher geben. Vor allem vom Polizisten Günther Ebenschweiger und seinem Verein „aktiv4u“. Interessierte Siedlungsgemeinschaften können sich bei Ebenschweiger unter 0 676/42 542 54 melden. „Ich komme dann dorthin, informiere und helfe bei der Organisation.“ Oft seien es nur Kleinigkeiten, die professionelle Einbrecherbanden abhalten, eine Wohnsiedlung zu „besuchen“. „Einbrecher sehen nämlich schnell, ob die Bewohner in einer Siedlung aufmerksam sind oder nicht.“
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