• TOP topflop
    Gerd Kühr, Komponist

    Der Grazer Komponist wurde von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Österreichischen Kunstpreis 2011 im Bereich Musik ausgezeichnet.

  • FLOP topflop
    Gerhard Kurzmann, FPÖ-Landesrat

    Oje! Der Verkehrslandesrat streicht die Fördergelder für Radfahrkurse an Grazer Volksschulen. Nun bangen die Kids um ihr Radtraining.

  • IN topflop
    Gelenke schonen

    Schwimmen und Wassergymnastik stärken die Gelenksmuskulatur. Gut gegen Entzündungen: Vitamin E, Gemüse wie Brokkoli liefert Mineralien.

  • OUT topflop
    Gelenke be- und überlasten

    Gelenkserkrankungen sind schmerzhaft, schränken die Lebensqualität ein. Daher: Übergewicht und Überbelastung wie Extremsport meiden.

E-Paper
Die gesamte Ausgabe
als PDF zum
Download
E-Paper

31.05.2009, erstellt von MK

Polizei tobt: Dealer freigelassen


Immer lauter wird die Kritik der Polizei an Haftrichtern. Polizei nimmt Dealer fest, Richter lassen sie frei.


(Foto: KK)


Ein serbischer Drogendealer konnte von Beamten der Grazer Suchtgifttruppe nach eineinhalb Jahren mühsamer Arbeit beim Dealen erwischt und verhaftet werden. Es ging um 1,5 Kilo Heroin. Der Mann hatte eine Reihe gefälschter Papiere bei sich. Der zuständige Haftrichter sah keinen Haftgrund und ließ den Dealer frei, der sich natürlich abgesetzt hat. „Das ging wie ein Lauffeuer durch unser Haus“, ärgert sich auch Kripo-Chef Werner Jud. Nächster Akt: Zwei Raubüberfälle am selben Tag in kurzen Abständen, mit Suchtgifthintergrund und Einsatz von Messern. Täter festgenommen, vom Haftrichter wieder freigelassen. Kein Haftgrund, Anzeige auf freiem Fuß. Jud: „Es traut sich bei Gewaltdelikten bald niemand mehr, als Zeuge auszusagen, wenn die Täter am nächsten Tag wieder vor der Tür stehen.“ Dann die Einbruchserien. Jud: „Die Bevölkerung sagt, die Polizei tue nichts. Wir nehmen Täter fest, Richter lassen sie gleich wieder frei.“ Abschreckung: null.

Wolfgang Kolleg von der Drogenfahndung war beim Fall des serbischen Dealers selbst mit im Einsatz. Kolleg: „So etwas frustriert die Kollegen. Auch wenn wir farbige Dealer im Volksgarten festnehmen und sie dort einen Tag später wieder dealen sehen.“
Franz Maier von der Raubgruppe sieht als Ursachen Personalmangel bei der Justiz und unerfahrene Staatsanwälte und Richter. Maier: „Ein 16-Jähriger geht mit dem Baseballschläger auf seinen Freund los, dann mit einem Messer, und wird gleich nach der Festnahme freigelassen. Grund: Keine Wiederholungsgefahr.“

„Es ist wie im Schachspiel. Die Ermittler machen die ersten Züge und müssen ein Matt schaffen. Wenn nicht, haben sie verloren“, sieht Helmut Krischan vom Grazer Justizpalast die Sache nüchtern. „Seit 1. 1. 2008 gibt’s den U-Richter, der früher im Team der Ermittler spielte, nicht mehr. Der Haftrichter ist jetzt der Schiedsrichter und der entscheidet, was passiert. Wer das nicht versteht, sollte einen Kurs belegen“, so Krischan an die Adresse der Polizeikritiker.

 

Sie erreichen den Autor unter:

Vojo Radkovic

Telefon: 0316/6051-0
Fax: 0316/6051-2641
Email: vojo.radkovic@media21.at