Polizei tobt: Dealer freigelassen

Immer lauter wird die Kritik der Polizei an Haftrichtern. Polizei nimmt Dealer fest, Richter lassen sie frei.

handschellen - (Foto: KK)
(Foto: KK)

Ein serbischer Drogendealer konnte von Beamten der Grazer Suchtgifttruppe nach eineinhalb Jahren mühsamer Arbeit beim Dealen erwischt und verhaftet werden. Es ging um 1,5 Kilo Heroin. Der Mann hatte eine Reihe gefälschter Papiere bei sich. Der zuständige Haftrichter sah keinen Haftgrund und ließ den Dealer frei, der sich natürlich abgesetzt hat. „Das ging wie ein Lauffeuer durch unser Haus“, ärgert sich auch Kripo-Chef Werner Jud. Nächster Akt: Zwei Raubüberfälle am selben Tag in kurzen Abständen, mit Suchtgifthintergrund und Einsatz von Messern. Täter festgenommen, vom Haftrichter wieder freigelassen. Kein Haftgrund, Anzeige auf freiem Fuß. Jud: „Es traut sich bei Gewaltdelikten bald niemand mehr, als Zeuge auszusagen, wenn die Täter am nächsten Tag wieder vor der Tür stehen.“ Dann die Einbruchserien. Jud: „Die Bevölkerung sagt, die Polizei tue nichts. Wir nehmen Täter fest, Richter lassen sie gleich wieder frei.“ Abschreckung: null.

Wolfgang Kolleg von der Drogenfahndung war beim Fall des serbischen Dealers selbst mit im Einsatz. Kolleg: „So etwas frustriert die Kollegen. Auch wenn wir farbige Dealer im Volksgarten festnehmen und sie dort einen Tag später wieder dealen sehen.“
Franz Maier von der Raubgruppe sieht als Ursachen Personalmangel bei der Justiz und unerfahrene Staatsanwälte und Richter. Maier: „Ein 16-Jähriger geht mit dem Baseballschläger auf seinen Freund los, dann mit einem Messer, und wird gleich nach der Festnahme freigelassen. Grund: Keine Wiederholungsgefahr.“

„Es ist wie im Schachspiel. Die Ermittler machen die ersten Züge und müssen ein Matt schaffen. Wenn nicht, haben sie verloren“, sieht Helmut Krischan vom Grazer Justizpalast die Sache nüchtern. „Seit 1. 1. 2008 gibt’s den U-Richter, der früher im Team der Ermittler spielte, nicht mehr. Der Haftrichter ist jetzt der Schiedsrichter und der entscheidet, was passiert. Wer das nicht versteht, sollte einen Kurs belegen“, so Krischan an die Adresse der Polizeikritiker.

 

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Manuel
21.02.2010, 14:24
Wenn es ein Österreicher gewesen wäre würde er Sitzen. Der Richter gehört sofort entlassen.
Sonja
31.01.2010, 12:39
Solche Richter...
... sollte man sofort entlassen!!! Und wenn bei so einem Fehlurteil vom selben Täter ein Mord ausgeführt wird, sollte der Richter auch wegen Fahrlässigkeit angezeigt und eine Haftstrafe bekommen!!!