Wenn Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutz-Abteilung des Landes, mit seinem Kriseninterventionsteam ausrückt, um etwa Hinterbliebene von Verunfallten zu betreuen, dann ist er in jüngster Zeit vermehrt mit einem kuriosen Problem konfrontiert: „Hellseher und Pendler schnappen sich diese Menschen in ihren schwersten Stunden, bieten dubiose Dienste an und wollen damit schnelles Geld machen.“
„In letzter Zeit haben wir es gehäuft mit solchen Fällen zu tun. Oft sind die Wunderheiler schon vor uns bei den Hinterbliebenen. Erst jüngst hat ein Pendler die Mutter eines Verunfallten derart beeinflusst, dass wir einen halben Tag zuwarten mussten, um sie betreuen zu können. Es ist mir oft schleierhaft, wie diese Leute die Adressen ausfindig machen“, erzählt der Psychotherapeut Edwin Benko. Das geschieht, vermuten die Experten, über Radionachrichten, Zeitungsberichte und Sterbeanzeigen. Und das bestätigt auch ein Betroffener, der seinen Namen verständlicherweise nicht mehr nennen will, dem „Grazer“: „Bei uns haben sich gleich mehrere Leute gemeldet, die eine kürzlich verstorbene Angehörige ausfindig machen wollten. Natürlich nur gegen Bares – oder sie behaupteten, sie sei noch am Leben.“
Für die Fachleute und auch für Roman Schweidlenka, den Esoterik-Experten des Landes, entwickelt sich das zu einem untragbaren Zustand: „Die Betroffenen klammern sich in einer Krisensituation verständlicherweise an jeden Strohhalm – und das wird von solchen Menschen schamlos ausgenützt.“ Was nicht heißen soll, dass esoterische Angebote an sich zu verteufeln wären – aber die Art und Weise, wie dies geschehe, sei abzulehnen: „Es ist vor allem dann bitter, wenn all die Angebote – wie etwa Channeling, eine Rückführung oder ein vermeintliches Gespräch mit dem Verstorbenen – dann im Endeffekt gar nicht funktionieren. Und die Krise letztlich nur verstärken.“
Blick in die Glaskugel und alles wird gut: Oft werden Angehörige von Unfallopfern mit solchen Angeboten gelockt.
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Mag. Evelyn Peternel
Redaktion Wirtschaft und Graz
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Mag. Johanna Vucak
Chefin vom Dienst, Redaktion Gesundheit
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