Die teuren Streiche unserer Stadtpolitik!

Schilda. Die Stadt-Politik leistet sich einen Schildbürgerstreich nach dem anderen – der Steuerzahler blecht dafür. Ein Auszug unfassbarer Einfälle aus der jüngeren Vergangenheit.

Schilda -

Graz erinnert immer öfter an das legendäre Örtchen Schilda, in dem eine skurrile Aktion die nächste jagte. Und auch die Grazer müssen ob der absurden Vorgänge in unserer Stadt immer öfter die Köpfe schütteln. Jüngstes Beispiel für einen waschechten Grazer Schildbürgerstreich: Der Ankauf der 45 neuen Vario-Straßenbahnen um 97,2 Millionen Euro, die an vielen Stellen des Grazer Schienennetzes einfach zu breit sind. Die Folgen:

1. Streich:
Völlige Verwirrung am Grazer Jakominiplatz, dem Verkehrsknoten der Innenstadt schlechthin. Bauarbeiter reißen gerade die teuren schwarzen Granitplatten heraus. Hintergrund, so Gerald Pichler, Sprecher der Graz AG, ist, dass die Gehsteige bei den neuen Vario-Bahnen der GVB anecken würden. „Daher müssen die Kanten abgerundet und vertieft werden.“ „Ein Chaos“, sagen Standler wie Peter  Fluch. Ein teures noch dazu!

2. Streich: Die Kasemattenbühnen-Drehung. Bei Kosten von mehr als 650.000 Euro hätte man sorgfältiger agieren müssen, sagen Veranstalter. Sie klagen darüber, dass es an vielen Stellen bereits hereinregnet, bei starkem Regen dringt das Wasser sogar bis in die Garderoben im Keller ein. Adaptionen – die wieder kosten – sind unvermeidbar.

3. Streich: Seit 1984 verfügt die Stadt über einen Schatz im Schloßberg, den aber niemand mehr sehen darf. Auf einer Gleislänge von 2,3 Kilometern stehen im Montan- und Werkbahnmuseum 30 Loks ungenutzt herum. Seit dem Jahr 2000 bemühen sich die Betreiber vergeblich, einen Museumsvertrag zu bekommen.

4. Streich
: Für einen Lachschlager sorgte die endlose Geschichte um die Hauptplatzstandln. Erst hieß es, die Standln seien zu bunt, den Betreibern wurde ein einheitliches „Standl-Outfit“ aufgezwungen. Dann ließ der Hersteller ewig auf die Standln warten, der Auftrag wurde neu ausgeschrieben. Der Streit um die Bezahlung dauerte mit einigen Standlern Jahre. Jetzt schauen alle gleich aus – schade nur, dass sie undicht sind und bei Regen unter Wasser stehen, wie Standler berichten.

5. Streich: Das Kommod-Haus sorgt nach wie vor für den legendärsten Endlosstreit im Grazer Bauwesen: Seit den 1990ern stritt man um den denkmalgeschützten Bau, 2003 wurde er dann abgerissen. Ob zu Recht oder nicht, ist bis dato ungeklärt. Jetzt ist ein Wiederaufbau nicht ausgeschlossen.

6. Streich:
Die Steinplatten in der Herrengasse werden mit einer beschämenden Regelmäßigkeit aufgerissen, da sie der Belastung nicht standhalten.

7. Streich
: Für kurze Zeit bekamen die Grazer Autofahrer Verkehrszeichen zu sehen, die es auf der ganzen Welt nicht gibt. Kein Wunder: Die „IG Luft“-100er-Beschränkungen auf der Autobahn waren in der Straßenverkehrsordnung nicht verzeichnet. Fazit: Jeder konnte so schnell fahren, wie er wollte, und Graz war um eine Schilda-Erfahrung reicher ...

 

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Tobit Schweighofer
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04.08.2009 11:43 Uhr
Alex
18.04.2010, 16:11
Weil in der Politik lauter Blindgänger sind!
Es ist ja kein wunder, dass alles den Bach hinnuter geht. Unsere Politiker sind einfach unterqualifiziert.