Graz ist nicht erst nach Bram Stoker, der „Dracula“ ursprünglich in der steirischen Landeshauptstadt spielen lassen wollte, ein Begriff in der Vampirszene. Immer schon gab es Gerüchte über Vampire in Graz, jetzt geht das erste Mal eine bekennende Vampyrin an die Öffentlichkeit.
„Es stimmt, wir trinken gegenseitig unser Blut, erfreuen uns an den erotischen Aspekten dabei und orientieren uns an klassischen Vampiren“, berichtet die Grazerin P., um sofort klarzustellen: „Wir sind keine Verrückten. Wir wissen natürlich, dass wir Menschen und keine echten Vampire sind. Wir saugen das Blut auch nicht gegenseitig aus uns raus, sondern zapfen es ab. Das ist aber nicht illegal, immerhin muss es ja mit beiderseitigem Einverständnis geschehen.“ Bei ihren Treffen ginge es, so P. weiter, ausschließlich um die Geisteshaltung der Vampire und nicht um Klischees, die „eh von jedem Zweiten“ nachgeäfft würden. Darum schreiben sich die Grazer Vampire auch mit „y“, nennen sich also „Vampyre“.
Angst braucht man vor den Vampyren übrigens nicht zu haben. „Wir zerstören weder Friedhöfe, noch fallen wir über fremde Leute her. Wir wollen nur in Ruhe unter uns sein.“ Ein Vampyr zu werden, ist dementsprechend schwierig, denn die so genannten Vampyrzirkel sind sehr exklusiv. P.: „Ohne Empfehlung eines anderen Vampyrs ist es unmöglich, eine Einladung zu erhalten.“
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