Staub, verschmierte Fenster, massig dreckiges Kaffeegeschirr – wo viele verzweifeln, läuft Anita Ziegler zur Höchstform auf: Die 49-Jährige ist als Reinigungskraft beim Magistrat tätig. „Und ja, ich liebe diesen Job“, schwärmt sie. „Ich hab’ geregelte Arbeitszeiten, tolle Kollegen und es macht Spaß. Außerdem“, stellt sie klar, „hab’ ich kein Problem, als ,Putzfrau‘ bezeichnet zu werden. Was soll daran schlimm sein?“ Der Papa war’s, der sie auf die Stelle aufmerksam machte. Anita kam, sah, putzte – und blieb. Das war vor 30 Jahren. Klar, dass die Perle da Pikantes aus den Amtsräumen erzählen könnte. Tut sie aber nicht: „Sicher wird viel getratscht. Aber ich höre da weg. So etwas geht mich nichts an.“ Ein bissl lässt sie sich doch entlocken: „Es ist schon vorgekommen, dass wir auf Toiletten, wo’s offensichtlich heiß hergegangen ist, Slips gefunden haben“, zwinkert sie.
Was die Grazerin mehr stört, ist die Tatsache, dass Putzkräften ein Faible zum Pfusch nachgesagt wird: „Von Schwarzarbeit halte ich gar nichts. Jeder sollte angemeldet sein und gleich viel verdienen.“ Ordnung muss sein.
Auch bei ihr daheim? Alles sauber? Die Perle lacht. „Nicht steril, aber okay. Ich wechsle mich mit meinem Mann ab.“
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