Grazerin im Job: Viel Einsatz, wenig Lohn
Einkommensschere zwischen Frau und Mann klafft in Graz immer weiter auseinander – Frauenarbeit bleibt vielfach unbezahlt.

(Foto: photos.com)
Die Arbeit von Frauen genießt vielfach wenig Prestige, wird minder beziehungsweise gar nicht entlohnt und ist mit vielen Nachteilen verbunden: Das geht nun auch klar aus der Erhebung „Frauenarbeit – zur Erwerbssituation von Grazerinnen 2007/2008“ hervor, die Sozialstadträtin Elke Edlinger in Auftrag gegeben hat und deren Ergebnisse nun vorliegen.
Demnach gehören 55 Prozent der unselbstständig beschäftigten Grazerinnen der untersten Einkommensschicht an – 35 Prozent von ihnen fallen sogar in die Gruppe jener, die unter einem Brutto-Verdienst von 12.000 Euro im Jahr liegen. Edlinger: „Das liegt daran, dass Frauenarbeit vielfach Teilzeitarbeit ist, was negative Auswirkungen auf das gesamte weitere Leben hat – von geringerem Arbeitslosengeld bis zu geringeren Pensionen.“ Zurzeit liegt die Teilzeitqoute von Frauen in Graz bei 42 Prozent, bei Männern nur bei 17.
Und auch die Einkommensschere klafft immer weiter auseinander: Hatte die durchschnittliche Grazerin vor fünf Jahren noch 68,8 Prozent eines Männer-Einkommens, waren es im Vorjahr nur mehr 67,9 Prozent – bei einem mittleren Einkommen von 1739 Euro. Edlinger: „Weil Frauenjobs eben vorwiegend in klassische Branchen fallen, die schlecht entlohnt sind – etwa Handel oder Pflegebereich.“ Dennoch entscheiden sich 44,5 Prozent der weiblichen Lehrlinge für nur drei Lehrberufe: Einzelhandelskauffrau, Frisörin und Bürokauffrau. Sozialberufliche Schulen und Akademien (Soziales, Tourismus) werden zu 90 Prozent von Mädchen besucht.
Zudem ist unbezahlte Arbeit im Haushalt immer noch vorrangig Frauensache: Laut Statistik Austria macht unbezahlte Arbeit 64 Prozent des Wochenarbeitspensums von Frauen aus.
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Sie erreichen die Autorin unter: Mag. Johanna Vucak |
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