Sprengstoff enthält eine Initiative der Grazer FPÖ, die Gemeinderat Roland Lohr in der kommenden Gemeinderatssitzung einbringen wird: Es geht um die wieder aufflackernde Diskussion der Ampelschaltungen in Graz. Er fordert gemeinsam mit FP-Stadtrat Mario Eustacchio, dass man die „Grüne Welle“ bei den Ampelschaltungen als Standard nimmt – und dafür allerdings den Vorrang von Straßenbahn und Bus aufhebt. In der mit Graz vergleichbaren Stadt Hannover läuft ein Praxistest bereits erfolgreich: Mit einer Ampelschaltung, die die Autostopps an den Kreuzungen reduziert, kann man den Schadstoffausstoß erheblich senken, so die Verkehrsforscher der Uni Hannover.
„Das könnten wir eigentlich auch“, sagt der Grazer Verkehrsschaltungs-Experte Winfried Höpfl. Doch man darf nicht: „Unser neues Motion-System beruht auf durchgehenden Grüne-Welle-Schaltungen. Nur wenn eine Bim sich der Kreuzung nähert, schaltet das System um und beginnt von vorne zu rechnen – und die Pkw stehen wieder im Stau.“
Auch Harald Hrubisek vom Straßenamt kennt die Problematik und die Software des neuen Mobilitätssystems. „Der Vorrang für den öffentlichen Verkehr ist eine Sache, wo allein die Politik entscheidet“, so Hrubisek.
Rücker gegen FP-Idee
Auch die zuständige Verkehrsreferentin der Stadt, die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, hat von der Diskussion über die „Grüne Welle“ in Deutschland gehört – jedoch, Gefallen findet sie an der Idee, den Öffi-Vorrang aufzuheben, keinen: „Auch auf europäischer Ebene finden Gespräche über urbane Mobilität in den Städten statt. Wir wollen aber nicht mehr Autos hereinbringen, sondern den Umstieg auf die Öffis. Daher stehen wir weiterhin zum Vorrang für Bus und Bim“, betont Rücker.
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