Sie ist mit 13 die jüngste Studierende der Republik, er mit 76 einer der ältesten Studiosi an der Grazer Karl-Franzens-Universität. „der Grazer“ hat mit Katharina Holzinger und Hans Spitzer anlässlich des Welttages der Studenten am Dienstag eine spannende Diskussion zu ihrem Leben an der Uni, den Studenten-Protesten und dem angeschlagenen Image der künftigen Akademiker geführt.
„Das Image haben wir auch denen zu verdanken, die jetzt auf der Straße stehen und demonstrieren“, findet die Archäologie-Studentin harte Worte. Aber ist der ganze Streik umsonst? – „Nein, man muss aber seine Forderungen etwas überdenken und klarer formulieren. Alles kostenlos haben zu wollen geht einfach nicht. Irgendwer muss ja dafür zahlen!“ Sie selbst würde Studiengebühren verlangen, sobald die Studenten nicht in der Mindeststudiendauer mit der Ausbildung fertig sind.
Generell für derartige Gebüren spricht sich auch Spitzer aus: „Dann aber mit großzügigen Ausnahmen und Stipendien für Menschen, die sich die Ausbildung nicht leisten können.“ Das Image der Studentenschaft will er als Studierender der Religionswissenschaft hingegen nicht ändern: „Schon zu früheren Zeiten waren die Studenten ein buntes, rebellierendes Volk – und ich bin froh, dass es dieses gibt. Ich will ja keinen konformieren – das macht ohnehin das Leben.“ Und obwohl er kein Verständnis für die aktuellen Proteste hat, so glaubt er eines: „Die 68er-Bewegung war damals notwendig. So gesehen, gibt es wohl auch für die jetzigen Demos einen Grund!“
Wie dem auch sei: Im Unialltag fühlen sich beide auf jeden Fall wohl – und das, obwohl die meisten Professoren von Holzingers früher Uni-Karriere (sie ist zurzeit im dritten Semester) nichts wissen: „Das ist auch gut so – so werde ich wenigstens gleich behandelt wie alle anderen.“ Und Spitzer ergänzt: „Ich rechne es den Kollegen hoch an, dass sie erstaunlich offen mit meinem Alter umgehen – das habe ich nicht erwartet!“
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