Künstler kämpfen um Lohn und Asyl
Harte Arbeitsverhältnisse sorgen für Unmut und Abwanderungsgelüste bei Balletttänzern und Choristen.

Applaus ist das Brot des Künstlers, sagt man. Besieht man sich jedoch die Situation vieler Grazer Künstler, muss man feststellen: Das ist eine glatte Lüge. Denn an Applaus mangelt es den viel gelobten Choristen der Oper, dem Orchester und den Balletttänzern durchaus nicht, „Brot“ hingegen ist nur zu oft Mangelware.
Zugleich mit der Ausgliederung der Bühnen 2004 wurden die Pauschalen heruntergeschraubt, ein Bühnen-Mitarbeiter verdient inzwischen netto gerade 1150 Euro im Monat. Für Tänzer, die ihren Beruf nur bis zum Alter von 40 Jahren auf hohem Niveau ausüben können, eine verhängnisvolle Situation. „Das ist wirklich nicht so schön. In Wien gibt es um 30 Prozent mehr zu verdienen als bei uns, aber mehr Geld haben wir einfach nicht“, schielt Theaterholding-Chef Peter Nebel neidisch in die Bundeshauptstadt. Angst vor Abwanderungen hat Nebel aber nicht, denn: „An den anderen Landestheatern können sie auch nicht besser zahlen ...“
Einigen Dutzend Künstlern könnte außerdem schon bald das Asylgesetz zum Verhängnis werden. Denn sobald ein Vertrag eines Künstlers aus einem Nicht-EU-Staat ausläuft, wird er abgeschoben. Unabhängig davon, wie lange er schon in Graz arbeitet. Adolf Eigl von der Arbeiterkammer erklärt: „Künstler haben im österreichischen Asylgesetz ähnlich wie Studenten und Uni-Professoren einen Ausnahmestatus. Quotenplätze gibt es nur für so genannte Schlüsselkräfte in Betrieben.“ Künstler bräuchten dafür eine Umschulung, die etwa durch die Theaterstiftung angeboten wird, doch leider bleibt den Grazer Künstlern keine Zeit, diese zu nutzen, da sie vorher in der Regel das Land verlassen müssen.
|
Sie erreichen den Autor unter: Tobit Schweighofer |
|


Veranstaltung hochladen
Alle Events