Grazer bekommen eine eigene Filmakademie
Film ab. Graz wird zur österreichischen Filmhauptstadt: Im Herbst eröffnet die erste Film- und Medienakademie.

Bis zur Filmmetropole à la Hollywood ist’s zwar noch ein weiter Weg, doch mausert sich Graz immer mehr zur österreichischen Filmhauptstadt. Immerhin. Neben dem Festival des österreichischen Films „Diagonale“ kommt ab dem Wintersemester eine Film- und Medienakademie dazu. Im Gebäude der ehemaligen Stadtbücherei in der Sparbersbachgasse 40 werden künftig Filminteressierte ab neun Jahren ausgebildet.
Akademie-Chefin Alexia Schrempf-Getzinger überführt die Filmwerkstatt, die seit 2002 höchst erfolgreich läuft, in die neue Struktur einer Akademie. „Auch wenn wir jetzt unter dem Namen Filmakademie laufen, wollen wir trotzdem unseren Fokus auf die Praxis beibehalten. Wir arbeiten immer prozessorientiert und nie ergebnisorientiert. Außerdem kooperieren wir punktuell mit Profis, von denen man wirklich sehr viel lernen kann. Auf diesem Weg profitieren unsere Schüler und Studenten einfach am stärksten.“
Filmen für alle
Das Angebot der neuen Filmakademie beginnt schon bei den ganz Kleinen. Für Interessierte ab neun Jahren wird ab Herbst ein Fotokurs für den Einstieg angeboten. Schrempf-Getzinger: „Fotografieren ist nicht so komplex wie das Filmen, ist aber eine hervorragende Vorbereitung dafür. Also genau das Richtige für unsere jüngsten Anfänger.“ Im Anschluss folgt ein zweisemestriger Einsteigerkurs mit jeweils zwei Wochenstunden, der sich an Zehn- bis Elfjährige richtet. „Hier fördern wir besonders den spielerischen Zugang“, erklärt Schrempf-Getzinger. „Die Kinder sollen gerne zu uns kommen. Nur wer mit Begeisterung Filme macht, macht auch gute Filme.“
Neueinsteiger, die schon etwas älter sind, haben die Möglichkeit, gleich mit dem Basislehrgang, der über vier Semester läuft, in die Akademie einzusteigen. In Zusammenarbeit mit Profis aus dem Filmgeschäft wird hier vom Drehbuch über Schauspiel und Maske bis zu Filmtechnik das Handwerk gelehrt, um schließlich ein Zertifikat zu erhalten und einen Praktikumsfilm zu machen, mit dem man zu Filmfestivals fahren kann.
Schrempf-Getzinger definiert das Ziel der Akademie nicht zwingend als Berufsausbildung. „Auch wenn schon über die Filmwerkstatt einige den Weg in den Beruf im Filmbusiness geschafft haben, liegt unsere oberste Priorität darauf, ein Filmbewusstsein zu schaffen, damit unsere Teilnehmer nicht mehr so leicht durch filmische Mittel manipulierbar sind und die oft faszinierende Technik dahinter erkennen.“
Der Weg zum Profi
In Zukunft soll die Akademie noch weiter wachsen. Schrempf-Getzinger plant eine eigene Studierenden-Klasse, einen Erwachsenenkurs, Filmabende mit Diskussionen für Absolventen sowie Plätze für Kinder, deren Eltern den Kulturpass besitzen. Informationen und Anmeldungen gibt es unter der Telefonnummer
|
Sie erreichen den Autoren unter: Tobit Schweighofer |
|



Veranstaltung hochladen
Alle Events