Kunst gibt’s jetzt im Supermarkt
Der erste Kunstsupermarkt in Graz eröffnet am 30. 10. Die Galeristen sind skeptisch.

Kunst darf alles. Aber darf man auch alles mit Kunst machen? Darf man sie zum Beispiel zu Billigpreisen in einem Kunstsupermarkt verkaufen, um – wie von den Grazer Galeristen vermutet – das „schnelle Geld“ zu machen? Hier scheiden sich die Geister und das Reizwort heißt „Niederschwelligkeit“.
Am 30. Oktober eröffnet Peter Doujak – der Mann, der schon die „Lange Nacht der Museen“ nach Österreich gebracht hat – den ersten Kunstsupermarkt in der Grazer Innenstadtpassage. 2000 Bilder umfasst das Sortiment, die Werke werden zehn Wochen lang zu Dumpingpreisen von 50 bis 299 Euro feilgeboten. Harmloses Schmökern und sich durch die Werke wühlen ist hier nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.
Doujak: „In Graz bieten wir Werke von 50 internationalen und nationalen Künstlern an. Nur nach Arbeiten von Steirern müssen wir leider noch immer suchen. In unserem Supermarkt soll den Menschen die Angst vor dem Gang in eine Galerie genommen werden. Der niederschwellige Zugang hat in Deutschland und in Wien bereits sehr gut funktioniert. “
Die Grazer Galeristen sehen dem Unternehmen allerdings ohne große Vorfreude entgegen. Patrick Ebensperger von der gleichnamigen Galerie am Mehlplatz erklärt: „Ich sehe in einem Supermarkt überhaupt keine Bereicherung der Kunstszene. Ich glaube nicht, dass sich Leute nicht in Galerien trauen, außerdem hat jeder vernünftige Galerist Kunstwerke im Sortiment, die weit weniger als 299 Euro kosten.“ Der Chef der Galerie Lendl, Eugen Lendl, stößt ins selbe Horn: „Der Feinschmecker wird in einem Billig-Supermarkt nie etwas finden. Ich habe keine Freude damit, dass da jemand abkassiert, während andere sich plagen müssen.“
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Sie erreichen den Autor unter: Tobit Schweighofer |
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