Friendly Alien“ wird das Kunsthaus liebevoll genannt. Andere wiederum bezeichnen die „blaue Blase“ an der Mur als gestrandeten Riesenwal. Kritiker führen einen Kleinkrieg und meinen, dass in der besonderen Behausung für Kunst und Künstler der Kleinmut regiere und Visionen fehlen. Fünf Jahre sind nun seit der Eröffnung im Kulturhauptstadt-Jahr 2003 vergangen. Zeit, um Bilanz zu ziehen. Wir sprachen mit dem Intendanten des Landesmuseums Joanneum und Kunsthausleiter Peter Pakesch.
„der Grazer“: Zu Beginn wurde das Kunsthaus von Besuchern nahezu gestürmt. Wie schaut es zuletzt mit den Besucherzahlen aus?
Peter Pakesch: Allein in der langen Nacht der Museen waren 4200 Menschen bei uns. Statistisch gesehen waren seit 2003 500.000 Besucher im Kunsthaus.
Was waren die erfolgreichsten Ausstellungen dieser Zeit? Sozusagen ihre Kunst-Hitparade?
Pakesch: Auf Platz 1 würde ich die „Beweglichen Teile“ setzen, dann die „Götter im Exil“ und auf Platz drei die Sammlung „Thyssen-Bornemisza Art Contemporary“, die derzeit zu sehen ist.
Wie sehen Sie den Stellenwert der Kunsthauses lokal und international?
Pakesch: Lokal hat das Kunsthaus viel für den Bezirk Lend gebracht. Es gab dort einen großen Aufschwung und wir sorgen für neue Kunstgewichtung in der Stadt. International stehen wir gut da.
Welche Rolle spielen für Sie die Künstler als Partner?
Pakesch: Die Programmierung ist einerseits leicht, weil es so viele gute Angebote gibt, und andererseits schwer, weil viele nicht Eingang finden. Wir haben eine gute Balance der Generationen im Haus und spielen inhaltlich durchaus in der Champions League und nicht in der Regionalliga.
Apropos Generationen: Wie setzt sich das Publikum altersmäßig zusammen?
Pakesch: Es ist sehr ausgeglichen, viele junge, aber auch Menschen über 50 Jahre und viele Touristen kommen.
Ein Ausblick für 2009?
Pakesch: Wir planen einen Schwerpunkt in Richtung Popmusik mit Künstlern, die für die Popmusik Bedeutung haben oder hatten.
Wie ist die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen?
Pakesch: Ich bewundere den Mut von Stadt und Land, die das Kunsthaus nach heftiger Diskussion in dieser Qualität ermöglicht haben.
Wie erholt sich Peter Pakesch im Privatleben vom Kunststress?
Pakesch: Ich höre viel Musik, afrikanische und neue E-Musik, und entspanne mich ein wenig in der Natur. Aber was immer ich tue, die Kunst lässt mich nicht los.
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