Karriere zu machen, hat lange gedauert
Peter Simonischek hat mit „Baumeister Solness“ am 7. 11. Premiere. Wir sprachen mit dem gebürtigen Grazer.

Zwischen den Proben für die Premiere hatte der Grazer Schauspieler noch Zeit für ein kurzes Interview. Am 7. November ist der beliebte Schauspieler wieder auf einer Grazer Bühne zu sehen. Ein von vielen ersehntes Wiedersehen.
„der Grazer“: Warum hat es so lange gedauert, bis Sie wieder einmal in Graz auf der Bühne zu sehen sind?
Peter Simonischek: Es hat so lange gedauert, Karriere zu machen.
Welche Beziehungen gibt es noch zu Graz und wie sehen Sie die hiesige Theatersituation?
Simonischek: In meiner Jugend habe ich in dieser Stadt gelebt und heute lebt die Stadt in mir. Zur Theatersituation kann ich sagen: Solange die Angestellten des renommiertesten Feinkostladens der Stadt auf Nachfrage nicht wissen, wo sich das Schauspielhaus befindet, gibt es für uns Theaterleute noch viel zu tun.
Manchmal sieht man Sie auch in diversen Society-TV-Statements. Wie ist Ihre private Einstellung zur so genannten Szene-Gesellschaft?
imonischek: Das Bild der Szene-Gesellschaft ist von den Medien vermittelt und geprägt. Von peinlich bis unappetitlich. Was zählt, ist die persönliche Begegnung, und die kann ganz anders sein.
Welche persönliche Einstellung haben Sie zu Kritikern und Journalisten? Gibt’s private Freunde unter ihnen?
Simonischek: Ich versuche, pauschale Beurteilungen zu vermeiden. Es gibt zweifellos den verachtenswerten Journalismus, es gibt aber auch die geistreiche, gut formulierte und fachlich fundierte Kritik, und nach der bin ich immer auf der Suche. Und mitunter werde ich fündig.
Sie sind überaus populär, für viele der Jedermann Nr. 1, in vielen TV-Rollen zu sehen. Fühlen Sie sich als eine Art Theater-Popstar?
Simonischek: Mit meinem Fühlen hat das nichts zu tun.
Sie spielen die Titelrolle des „Baumeisters Solness“ von Henrik Ibsen. Es geht um Karrierekampf zwischen Jung und Alt. Findet so ein Kampf auch in der Theaterwelt statt?
Simonischek: Der Kampf Alt gegen Jung wird im Theater eher unter den Regisseuren ausgetragen – Werktreue gegen Selbstverwirklichung.
Was ist Ihr nächstes Projekt am Burgtheater in Wien?
Simonischek: „Das Leben ein Traum“ von Calderon de la Barca.
Reich-Ranicki hat das Fernsehprogramm mehr oder weniger verteufelt: nur Blödsinn. Sie arbeiten an einer neuen Folge von „Bella Block“. Ist Fernsehen wirklich so schlecht?
Simonischek: Ich empfand Reich-Ranickis Äußerung als eher gemäßigt!
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Sie erreichen den Autor unter: Vojo Radkovic |
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