La Strada bleibt in Graz!
La Strada wehrt sich gegen mediale Hilfsaktionen von Kulturstadtrat Riedler.

(Foto: KK)
Gut gemeint ist nur zu oft das Gegenteil von gut gemacht. Geht’s nach dem künstlerischen Leiter von La Strada, Werner Schrempf, lieferte Kulturstadtrat Wolfgang Riedler dafür jüngst ein Paradebeispiel ab. Der Grazer SP-Chef forderte von der Stadtregierung ein höheres Kulturbudget und stellte in diesem Zusammenhang als anschauliches Druckmittel den möglichen Weggang von La Strada in den Raum.
„Solche Aktionen passen mir gar nicht“, geht Schrempf mit Riedler hart ins Gericht. „Hier wird versucht, politisches Kleingeld auf unsere Kosten zu machen. Einerseits wird die freie Szene gegen uns aufgehetzt und außerdem haben wir jetzt plötzlich Probleme mit manchen unserer internationalen Sponsoren, die solche Aussagen verständlicherweise verunsichern. Jetzt müssen wir wieder jeden überzeugen, dass da nichts dran ist. La Strada ist nicht gefährdet und wir werden für immer in Graz bleiben, egal ob die Stadt mehr subventionieren kann oder nicht. Insgesamt fehlen uns noch 150.000 Euro im Budget und wenn es gar nicht anders geht, treiben wir die über Sponsoren auf.“
950.000 Euro Budget
Ein Blick ins La-Strada-Budget liefert Überraschendes, denn das Straßenfestival finanziert sich tatsächlich nur zu einem verhältnismäßig kleinen Teil aus öffentlichen Geldern: Nicht wie irrtümlich berichtet 950.000, sondern 547.000 Euro (56,9 % des Gesamtbudgets) steuern Stadt, Land und Bund bei. Die jährliche Förderung der Stadt Graz nimmt sich dagegen geradezu bescheiden aus – sie beträgt gerade einmal 7,1 Prozent.
Schrempf: „Die Stadt erhält durch La Strada viel mehr zurück, als sie dafür ausgibt. Alleine über EU-Projekte stellen wir heuer mehr als 500.000 Euro auf, die direkt in Projekte mit Österreichern in Graz fließen.“
Ist Riedler also wirklich ein gescheiterter La-Strada-„Robin Hood“? Der Kulturstadtrat will das natürlich nicht auf sich sitzen lassen: „Ich freue mich, wenn La Strada in Graz bleibt. Aber Schrempf verhält sich hier wirklich kontraproduktiv. Ich bekenne mich voll zu La Strada und kämpfe mit allem, was ich habe, darum, dass das Festival mehr Geld bekommt. Das ist auch meine Aufgabe als Kulturstadtrat. Wenn ich mich nicht mehr dafür einsetzen soll, muss man mir das nur sagen.“
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Sie erreichen den Autor unter: Tobit Schweighofer |
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