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18.10.2008, erstellt von MK

Abschalten in der Unterwasserwelt


Moscenicka Draga gilt als heimliches Paradies für alle Taucher und sorgt auch abseits des Meeres für tolle Ausblicke.


Es ist eine kleine Ortschaft in der nördlichen Kvarner Bucht, die insgesamt nicht mehr als 300 Einwohner zählt: Moscenicka Draga, das heimliche kroatische Taucherparadies. Vor Ort gibt es zwei Tauchschulen, die täglich Tauchausflüge von Land oder mit dem Boot anbieten. Spektakulär sind dabei vor allem die Tauchgänge zu den Steilabfällen mit für das Mittelmeer außergewöhnlichem Gorgonienbewuchs oder zu Schiffswracks – wofür allerdings fortgeschrittene Kenntnisse vonnöten sind.
Unter Wasser legt man in Draga, wie Einheimische den Ort nennen, vor allem auf eines wert: Es wird nichts mitgenommen, außer Erinnerungen und Fotos. Motive dafür bieten sich nicht selten an: Dann zum Beispiel, wenn sich Haie in die Gegend verirren oder Delfine aus dem Nationalpark Cres in Richtung Festland schwimmen. Letztere sind freilich auch ein Indikator für die gute Wasserqualität.

Aktivitäten an Land

Sollte man keine Lust auf die Tiefen des Ozeans haben, so hält Moscenicka Draga auch an Land so einiges an Sehenswürdigkeiten bereit: etwa das 754 (anstrengende, weil ungleichmäßig hohe) Stufen entfernte kleine Bergörtchen Moscenice. Dort bietet sich neben der 300 Jahre alten, historischen Ölmühle bei schönem Wetter auch ein sensationeller Ausblick auf die Insel Cres. Von Moscenicka Draga aus, das einst als Fischerhafen der Bewohner von Moscenice diente, schafft man es innerhalb weniger Autominuten auch in die nahen Städte Opatija, Lovran oder Rijeka. Orte, die besonders für Touristen mit hohem Vergnügungsanspruch empfehlenswert sind, denn Draga will entgegen dem Trend zum Massentourismus und trotz der steigenden Anzahl italienischer Besucher „traditionelles Kroatien“ bleiben.

Zerstörung droht

Doch auch ein Spaziergang durch den Ort selbst lohnt sich, ein Spaziergang zwischen rund 20 mondänen Villen entlang der istrisch geprägten Wege an der Küste. Die engen Gassen im beinahe altitalienischen Stil garantieren durch die Sperre für Autos im Sommer zudem, dass Draga einer der wenigen kinder- und fußgängerfreundlichen Orte an der hier endenden Opatija Riviera bleibt.
Derzeit allerdings sind viele Bewohner des Ortes wegen der Planung einer Schnellstraße am Berghang, die von Opatija bis Draga führen soll, beunruhigt. Die Folge wäre eine unschöne Betonbrücke, die für das Juwel Moscenicka Draga vermutlich eine optische und akustische Verschlechterung bedeuten würde. Dann wird man wirklich nur noch unter Wasser so richtig abschalten können ...

 

Sie erreichen den Autor unter:

Michael Kloiber

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