Gastroszene ganz Multikulti
„der Grazer“ auf Streifzug durch die Gastroszene – von Ecuador über Kalifornien bis in die Dominikanische Republik. Zwischen Meeresluft, Shoppingfrust – und Falco ...
Menschen aus stolzen 150 Nationen leben in der steirischen Landeshauptstadt. Und sie alle werden kommenden Samstag beim bereits 12. Multikultiball in der Karl-Franzens-Uni mit dabei sein. Grund genug für den „Grazer“, durch die städtischen Szenelokale zu schlendern und einige Menschen wie etwa Ross („Three Monkeys“) aus Schottland, Kathi („Seasons“) aus Polen oder Maria („ScheinBar“) aus Ecuador zu besuchen, die an der Seite der Grazer Tag für Tag das Leben an der Mur bestreiten.
Und die Mur ist es auch, die so manch einer von ihnen als Lieblingsplatz in der neuen Heimat nennt. Sanchez etwa, aus der „Buddha Bar“ im Pfauengarten, geht oft die Promenade entlang: „Das Plätschern des Wassers ist für mich wie Musik.“ Seit zwei Jahren wohnt der 35-jährige Dominikaner mittlerweile in Graz und weiß auch, dass der Austro-Musiker Falco einst in seiner Heimat das Leben lassen musste. „Leider“, sagt Sanchez, der Falcos Musik hin und wieder ganz gerne hört und auch auf die österreichische Küche schwört: „Ich liebe Zwiebelrostbraten.“
Ähnlich sieht das auch Paula aus dem Unilokal „Pharmacy“. Wenngleich die Engländerin unter anderem eines aus der Heimat vermisst: „Schuhe – ich kann hier nirgendwo so tolle Schuhe finden“, lacht sie. Die Ukrainerin Irina aus dem „Flann O’Brien“ vermisst wie etwa Yong Jian („Eat“) aus China, Gazi („Merano“) aus Albanien oder Innocent („Cohibar“) aus Ruanda natürlich ihre Familie. Emir aus Brasilien sehnt sich nach seinem Haus, andere wiederum vermissen doch das Meer – Lucian aus Rumänien etwa, oder aber auch der Ire Liam.
Sunnyboy Nathan aus Kalifornien erinnert sich auch immer wieder ans große, weite Meer: „Als wir mit der Gitarre am Strand bei einem Sonnenuntergang samt Lagerfeuer gesessen sind – das waren schöne Zeiten.“ Und: „Ich fühle mich hier wie zu Hause. Das Einzige, das fehlt, ist meine Familie“, erklärt der 21-Jährige. Seit eineinhalb Jahren arbeitet er im Grazer „mocca in“, wo man aber auch den deutschen Hausherrn Nico antrifft. Und der findet an Österreich so einiges ganz toll: „Die Toleranz, Freundlichkeit und Höflichkeit hier sucht seinesgleichen in Europa“, ist er sich sicher.
Sein Kollege Miki aus Slowenien hat sich im Gegensatz dazu nicht von „Anfang an willkommen gefühlt“. Und auch wenn sich für ihn „Graz in den letzten zehn Jahren zur zweiten Heimat entwickelt hat“, hat Nico auch einen Kritikpunkt anzubringen: „Vielen Polizisten hier fehlt leider die soziale Kompetenz ...“
|
Sie erreichen den Autor unter: Michael Kloiber |
|



Veranstaltung hochladen
Alle Events