Legendäre Partys mit echten Promis
Die 60er, 70er und 80er machten aus der Provinz Graz einen Szene-Mittelpunkt. Da feierten große Stars.
Mit Musiker Udo Jürgens an der Theke stehen, mit Überflieger Niki Lauda über Musik plaudern oder ein Drink mit Formel-1-Legende Jochen Rindt – heute unvorstellbar, in den wilden Zeiten der Grazer Szene-Tempel in den 60ern, 70ern und 80ern völlig normal. Adi „Töpsi“ Jopp, heute 71 und damals einer der Szene-Kings, erinnert sich: „Ein paar Tage, nachdem in Mariagrün der legendäre ,Scotch-Club‘ aufmachte, begann ich mit meinem Lokal ,Töff Töff‘ in der Keesgasse.“
Und: „Bei uns im Lokal feierte die gesamte Grazer Prominenz. Künstler Wolfgang Bauer holte sich ab und zu Watsch’n für seine Provokationen ab. Auch Jochen Rindt war Stammgast und wir waren der Nabel des Jet-Set.“ Jopp eröffnete dann das erste Grazer Beat-Live-Lokal „Star Club“, 1966 in der Kernstockgasse. Ein Keller, ganz nach dem Design-Vorbild des „Starclub Hamburg“. Hier trat auch die erste britische Beatband in Graz, Sandra & The Webs, auf. Im „Töff Töff“ etwa hatte Wolfgang Ambros seinen ersten Auftritt – mit dem Hit „Da Hofa“ und einer Gage von 1500 Schilling (107 Euro). Rudi Lackner, heute Chef vom „Café Kaiserfeld“, kennt den „Starclub“ noch als Teenager – seine Welt war aber das „Mahé“. Auch da kamen jeden Abend Promis: Gaukler Otto Waalkes, Musiker Rainhard Fendrich oder Schistars wie Franz Klammer.
In den 70ern kam Niki Pfusterschmids „Push ’n’ Pull“, der Soul-Treff in der Grabenstraße. Damals spielte dort auch Rod Temperton, der später einige Hits für Michael Jackson schrieb. Die Disco-Zeit folgte dann mit dem „Bojangles“, dem „Monte Carlo“, dem „Gottinger“ und vor allem dem „Le Equipe“ von Jörg Slavnitsch. Dann das „Ska“ in der Grabenstraße – alternativ-rockig, urig, laut. Die Ärzte und New Model Army oder David Bowies Ex-Frau Ann Clark spielten im „Push ’n’ Pull“-Nachfolge-Kellerlokal. Lackner setzte mit Promi-Gästen wie Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel aufs „Theatro“.
Und heute? Von den einstigen Pyjama-Partys keine Spur. Und VIPs wie die Söhne Mannheims tummeln sich im „Three Monkeys“ oder Scooter in der GMD ...
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Sie erreichen den Autor unter: Vojo Radkovic |
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