,Run‘ auf 2. Sparkasse

Immer mehr verschuldete Jugendliche kriegen kein Konto – sie weichen zur „Zweiten Sparkasse“ aus.

sparschwein - (Foto: BilderBox)
(Foto: BilderBox)

Die Finanzkrise trifft nicht nur die Realwirtschaft – sie trifft vor allem Menschen, die ohnehin in Geldproblemen stecken. Dies merkt man auch bei der „Zweiten Sparkasse“ in der Annenstraße – dort bekommen Kunden, die wegen gravierender Finanzprobleme eigentlich kein Anrecht auf ein Konto haben, eine Möglichkeit, ihr Geld anzulegen: „Bis Ende des Jahres werden wir etwa 300 Kunden betreuen – der Zulauf hat sich in den letzten Monaten verstärkt“, sagt Gerhard Fabisch, Vorstand der „Steiermärkischen Sparkasse“, die das Projekt trägt. Pro Monat verzeichnet man bereits 40 Kontoeröffnungen – und das, obwohl es die Einrichtung in Graz erst seit kurzem gibt.

Jugend im Konkurs

Besonders besorgniserregend sei ein spezieller Trend, so Fabisch: „Immer mehr junge Menschen nehmen unser Angebot in Anspruch – was heißt: Immer mehr junge Leute gehen in Privatkonkurs.“ Die Zahlen belegen dies: Ein Viertel der Kunden ist unter dreißig; zwanzig Kunden sind unter 25 – und „unser jüngster Kunde ist gerade erst 20 Jahre alt“.
Privatkonkurs ist auch der Hauptgrund für den Gang zur „Zweiten“: Etwa 85 Prozent der Kunden befinden sich im so genannten Schuldenregulierungsverfahren; vermittelt werden sie hauptsächlich durch die Schuldnerberatung. Die Höhe der Außenstände variiert enorm: „Die Spanne reicht von 15.000 bis zu 250.000 Euro“, sagt Fabisch. Die Gründe dafür: Zumeist sind es „klassische“ Bankschulden – 60 Prozent der Kunden müssen ihre Kredite bei Geldinstituten begleichen. 20 Prozent sind in die „Handy-Schuldenfalle“ getappt; dazu kommen Außenstände bei Versandhäusern oder Wettschulden.

 

 

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Mag. Evelyn Peternel

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