Entsorger bleiben auf Müll „sitzen“
Grazer Entsorger bringen wegen Wirtschaftslage den recycelten Müll nicht an – ein Abnahmestopp droht.

(Foto: KK)
Zustände wie in Neapel sind es nicht, die uns drohen – aber dennoch: Die Wirtschaftslage bringt auch die heimischen Abfallentsorger unter Druck. Sie bleiben regelrecht auf ihrem recycelten Müll „sitzen“.
Schuld an dieser Misere ist der Umstand, dass viele Firmen – etwa aus der Autobranche – den wiederaufbereiteten Müll der Entsorger nicht kaufen; ein Geschäft, das in den vergangenen Jahren floriert hat. „Viele Autofirmen setzen auf Kurzarbeit und haben ihre Produktion gedrosselt – deshalb verbrauchen sie auch weniger Schrott. So bringen wir die Ware nicht weg und der Preis sinkt“, erklärt Saubermacher-Sprecherin Andrea Rachbauer. Eine Entwicklung, die Sorgen bereitet: Mittlerweile ist der Preis für so genannte Sekundärrohstoffe – also etwa Papier, Glas, Kunststoff oder Schrott – um ganze 70 Prozent nach unten gegangen.
Ein weiteres Problem dabei: die Lagerung. „Derzeit müssen wir den Müll einfach zwischenlagern“, erklärt Rachbauer, „aber wenn die Flächen bei uns nicht mehr ausreichen, müssen wir teuer neue Zwischenlager anmieten.“ Zum niedrigen Preis – „derzeit zahlen wir sogar drauf, wenn wir die Rohstoffe weiterverkaufen“ – kommen also auch noch Zusatzkosten für die Deponierung.
Weihnachts-Müll
Über die Weihnachtsfeiertage wird sich die Lage überdies noch verschärfen: „Die Müllproduktion der Haushalte steigt dann ja enorm – und viele Abnehmerfirmen schließen ihre Hallen über die Feiertage.“ Verschlechtert sich die Situation im neuen Jahr weiterhin, drohen sogar Abnahmestopps: „Dann kann es natürlich sein, dass die Firmen die Rohstoffe gar nicht mehr kaufen. Aber damit rechnen wir – noch – nicht.“ Für die Grazer selbst sei dies aber kein Problem, versichert man: „Der Abfall wird sicherlich geholt – auch in schlechteren Zeiten!“
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Sie erreichen die Autorin unter: Mag. Evelyn Peternel |
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