„Pfuscher“ haben wieder Hochsaison
2008 gab’s in Graz weniger Anzeigen wegen Schwarz-arbeit – doch heuer kommt der „Boom“.
Seit geraumer Zeit bereits schickt die Wirtschaftskammer so genannte „Sheriffs“ durch die Stadt, um der Schattenwirtschaft Einhalt zu gebieten – mit Erfolg: In den vergangenen fünf Jahren wurden 270 Anzeigen wegen Schwarzarbeit allein für den Raum Graz eingebracht. Im abgelaufenen Jahr allerdings waren es vergleichsweise wenig: „2008 wurden 23 Anzeigen an Gewerbebehörde und Finanzamt weitergeleitet“, sagt Leopold Strobl, der Leiter des Erhebungsdienstes. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 konnte man 64 Anzeigen erstatten.
Doch die Anzeigen allein sind es nicht, die die Arbeit der „Sheriffs“ ausmachen: „Unsere Arbeit ist es vielmehr, die Leute zu informieren – insgesamt wurden im Vorjahr in Graz 300 solche Erhebungen durchgeführt. Ersttäter werden nicht gleich angezeigt – wir sind ja keine Bluthunde“, sagt Strobl.
Illegale Friseure
Die Hauptgruppe der „Übeltäter“ findet sich übrigens im Bereich Gewerbe und Handwerk – nicht auf dem Bau, wie oftmals vermutet: „Unsere ,Top-Gruppe‘ sind mobile Friseure: Viele üben ihren Job ohne Anmeldung aus – und verteidigen das als Nachbarschaftshilfe.“ Weiters auffällig: „Auf Flohmärkten stoßen wir oft auf Leute, die unangemeldet ein Gewerbe ausüben – Leute, die haufenweise elektrische Geräte bei ihren Nachbarn schnorren und dann verkaufen“, sagt Strobl. „Da passiert’s dann auch, dass die Verkäufer extra ihre Kennzeichen vom Auto abmontieren – damit wir sie ja nicht verfolgen können.“
Für heuer erwartet man sich übrigens – im Gegensatz zum Vorjahr – wieder eine Zunahme in der Schattenwirtschaft: Laut einer aktuellen Market-Umfrage geben 14 Prozent der Befragten an, künftig vermehrt „Pfuscher“ engagieren zu wollen – was den Anteil der Schwarzarbeiter um fünf Prozent erhöhen wird.
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Sie erreichen die Autorin unter: Mag. Evelyn Peternel |
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