Die „armen“ Akademiker

Was ist ein Uni-Abschluss wert? Der Vergleich zeigt: Schauspieler und Architekten sind arm dran, Lehrer rangieren im Mittelfeld und Montanisten haben’s am besten.

Viel ist in jüngerer Vergangenheit über die Gehälter der Lehrer diskutiert worden – die Meinungen darüber klaffen weit auseinander: Zu niedrig, sagen die Betroffenen – durchaus genug, sagen die anderen. Ein Blick in die durchschnittlichen Gehaltslisten zeigt allerdings: Lehrer rangieren durchaus nicht am unteren Ende der Gehalts-Skala der Akademiker.

Denn: Ganz unten sind ganz andere Berufe, die nur mit Titel zu erlangen sind, angesiedelt: Als Schauspieler und somit Kunstuni-Absolvent etwa verdient man tatsächlich ein „Butterbrot“, 1600 Euro brutto schauen da monatlich im Schnitt heraus. Nicht viel mehr verdienen auch Architekten, die ja bekanntermaßen eine durchaus lange Studienzeit hinter sich haben: Mit 1700 Euro gibt das AMS-Berufsinformationssystem das durchschnittliche Einstiegsgehalt an. Ein wenig besser geht es da Apothekern, Psychologen oder Dolmetschern – sie kratzen laut AMS zumindest an der 2000-Euro-brutto-Grenze.

Lehrer als „Mittelmaß“

Über dieser Trennlinie sind indes die Lehrer angesiedelt: Sie verdienen anfangs in etwa gleich viel wie angehende Ärzte oder Informatiker – nämlich etwa 2150 Euro monatlich.

Montanisten „siegen“

Weniger arm dran sind da im Vergleich andere „akademische“ Berufssparten: Sozialwissenschafter werden mit einem Einstiegsgehalt von 2225 Euro eingestuft, Zahnärzte und Juristen verdienen noch ein wenig mehr. Am oberen Ende der Skala liegen dann noch die Wirtschaftswissenschafter (BWL-Absolventen beispielsweise) mit 2375 Euro – und Montanisten: Absolventen der Studienrichtungen an der Montanuni Leoben werden mit durchschnittlich 2425 Euro Anfangssalär eingestellt.
Ein Vergleich, der sich individuell anpassen ließe – wie Consulter Conrad Prämböck von Neumann Compensation bestätigt: „Man kann jedes Einstiegsgehalt nach oben verhandeln, wenn man sich geschickt anstellt.“ Jedoch: Momentan sei dies weniger ratsam, denn „jetzt sollte man eher froh sein, überhaupt einen Job zu bekommen“, relativiert Pramböck. „Die Firmen sind zurzeit konservativ, was die Gehälter angeht.“ Ohnehin sollte man darauf schauen, welche Perspektiven einem geboten werden: „Nicht nur das Einstiegsgehalt, auch die Gehaltsentwicklung ist wichtig.“

 

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