„Mit einer Lehre kommt man weiter“
Vom doppelten Lehrbuben zum Präsidenten. Peter Mühlbacher zeigt, wie Karriere mit Lehre funktioniert.

(Foto: Bundesheer)
Seit 14 Jahren lenkt der 63-jährige Peter Mühlbacher die Geschicke der steirischen Wirtschaftskammer als Präsident. Begonnen hat der vierfache Vater als Lehrling.
„der Grazer“: War es von vornherein klar, dass Sie eine Lehre machen?
Peter Mühlbacher: Ich komm’ ja aus einer Unternehmerfamilie. Wir hatten ein Wirtshaus, ein Kaufhaus und eine Landwirtschaft. Wirt und ein bissl Bauer wollte ich aber werden. Gelernt hab ich dann zuerst drei Jahre Kellner und mit 18 Jahren dann noch Koch dazu. Die Doppellehre gab’s damals noch nicht.
Was haben Sie an ihrem ersten Tag als Lehrling sozusagen als Allererstes gelernt?
Mühlbacher: Viele Tätigkeiten hab’ ich ja schon von zu Hause mitbekommen. Freundlich sein und grüßen hab’ ich in die Wiege gelegt bekommen.
Die wichtigste Lehre, die Ihnen Ihr Meister mitgegeben hat?
Mühlbacher: Es waren harte Lehrjahre, aber ich sehe alles positiv. Vielleicht, dass der Gast immer König ist, wenn er sich auch wie ein König benimmt.
Was war der größte Unsinn während Ihren Lehrjahren?
Mühlbacher: Unsinn? Keiner, da wär’ ich rausgeflogen. Aber privat hab’ ich damals Trompete gelernt und eine ganze Gasse zur Verzweiflung gebracht. Die größe Panne war, wie ich einmal einem Hochschulprofessor Johannisbeer-Pago in den Ärmel geschüttet hab. Der Chef war wütend, der Professor hat es zuerst gar nicht gemerkt und trotz teilweise blau gefärbtem Hemd hat er mir verziehen.
Worauf sind Sie stolz?
Mühlbacher: Dass ich von der Pike auf alles gelernt habe und mir dann mein Wissen in Wifi-Kursen geholt habe.
Ihr Tipp für einen jungen Menschen, der hinsichtlich seiner Berufswahl unschlüssig ist?
Mühlbacher: Mach’ eine Lehre! Damit kann man beginnen und man kommt immer weiter – bis zum Studium.
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Sie erreichen den Autor unter: Walter Mocnik Telefon: |
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