Seit Jahresbeginn heißt es für alle Häuslbauer, Wohnungsverkäufer und Vermieter: Energieausweis her – denn ohne „Pickerl“ für Häuser und Wohnungen geht gar nichts mehr. Wer ein Objekt verkaufen, vermieten oder neu bauen will, muss sich vorab eine genaue Aufstellung aller energierelevanten Eckdaten beim Profi besorgen – Kostenpunkt: zwischen 200 und 400 Euro für ein Einfamilienhaus.
Dies ruft jetzt auch Datenschützer auf den Plan. Denn: All jene Daten, die mittels des neuen Ausweises gesammelt werden, werden auch gespeichert – und zwar zentral. Laut Gesetz hat man „die Daten des Energieausweises (...) über den dafür vorgesehenen Zugang zum Zwecke der statistischen Erfassung zur Verfolgung energiepolitischer Ziele unverzüglich zu übermitteln“. Was de facto heißt, dass alle Kennzahlen – bei einem Neubau etwa der Energie- und Heizbedarf, die Bruttogeschoßfläche und Grundstücksdaten – nicht nur in einem zentralen Register gesammelt, sondern auch von verschiedensten Stellen ausgewertet werden können.
„Die Speicherung ist problematisch“, sagt Hans Zeger von der ARGE Daten dazu, „die Frage ist: Wer hat Zugriff auf solches Material?“ Vorstellbar wäre es, dass auch die Finanz Einsicht bekommen könnte – und sich so eruieren lässt, ob ein Häuslbauer auch korrekt nach Plan gebaut hat und ob seine finanziellen Aufwendungen dazupassen oder ob „schwarz“ gebaut wurde.
Helga Rally vom Landesenergieverein – der zuständigen Stelle für Energieausweise – dazu: „Es ist vorgesehen, dass die Statistik Austria die Daten sammelt. Bisher werden sie in einer Länder-Datenbank verwaltet.“ Problematisch ist für sie die Speicherung bei Wohnungskauf und Vermietung; dennoch sieht sie den Energieausweis eindeutig positiv – er sei „ein Instrument im Sinne des Konsumentenschutzes – schließlich wird zuallererst der Käufer über das Objekt informiert“.
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