Zielsicher wie Robin Hood! Die Kunst des Bogenschießens

Zielsicher wie Robin Hood! Die Kunst des Bogenschießens

Hallo 🙂 Im heutigen Beitrag nehme ich euch mit auf die Reise der Zielgenauigkeit, der Kunst der Treffsicherheit – Zum Bogenschießen.

Diese Woche hat das neue Semester an der Uni gestartet – und wie ich euch im Beiträge kürzlich sagte, habe ich mich auch diesmal wieder für einige neue USI-Sportkurse angemeldet. Darunter etwa Jiu-Jitsu, Capoeira,  Bogenschießen, Sportmassage, Akrobatik & Parkour, sowie theoretische Einheiten, um den Segelschein zu absolvieren.

Heute möchte ich mit euch meine Eindrücke von der ersten Einheit aus dem Bogenschießen teilen.

Ich finde es einfach toll, hin und wieder neue Sportarten auszuprobieren – Es bringt Abwechslung ins Training, ich lerne dabei neue Bewegungsabläufe kennen, die es zu meistern gilt, was mir zugute kommt, wenn ich mal aus meiner „Kernsportart“ herausgehe und dadurch „kompletter“ werde.

Ebenso lässt es sich dadurch besser vermeiden, eventuelle muskuläre Dysbalancen heranzuzüchten, und oftmals einseitige Belastungen auszugleichen: Denke beispielsweise an die Beanspruchung des Wurfarms beim Handball, die Belastung der Knie beim Laufen, die hintere Schulter, die bei vielen „Fitness-Experten“ einfach nicht vorhanden ist, die für den Alltag bzw. für die Gesundheit jedoch wichtig wäre.

Natürlich ist es auch der Kick der Abwechslung, der mit neuen Bewegungsmustern, neuen Spielregeln, neuen Abläufen einhergeht – Was muss ich tun, um auch hier gut zu werden? Wie kann ich sofort in die goldene Mitte treffen?

Meine Eindrücke vom Bogenschießen

Die Ankunft

Der USI Kurs findet bei der USI Anlage beim Hilmteich statt. Die Adresse lautet „Hilmteichstraße 85“, und ist neben der Straße gut auffindbar.

Als ich ankam, waren die Bögen schon vorbereitet und hingen eingehängt in ihren Halterungen vor den Zielscheiben, darauf wartend, dass sie in die Hand genommen und getestet würden.

Die Bögen sind bereit

Die anderen Teilnehmer versammelten sich nach und nach und kamen langsam miteinander ins Gespräch: Manche hatten bereits etwas Erfahrung im Bogenschießen, für den Großteil war es jedoch absolut neues Gebiet.

Schließlich kam der Trainer, der uns eine umfangreiche Einführung in die Kunst des Bogenschießens gab.

Der Ablauf

Wie bei so ziemlich jeder anderen Sportart begann es mit dem theoretischen Teil, der dem Verständnis diente. Wir bekamen dazu sogenannte „Null-Bögen“ in die Hand, anhand derer wir die Bewegung üben konnten.

Diese Bögen hatten keine wirklich Zugkraft, waren etwa PVC Rohre mit einer Schnurr dran, die an den Enden durch breitere Gummibänder elastisch wurden. Natürlich nicht stark, aber zum Trockentraining gut genug.

Ebenso machte der Trainer eine kurze Übung mit uns, in der er unser „dominantes Auge“ feststellen wollte. Dazu steckten wir unsere Hände aus und legten sie so übereinander, dass zwischen den Daumen und Zeigefingern ein kleines Loch auftauchte, durch das man blicken konnte. Unbewusst war dies mein rechtes Auge, das ich dazu verwendete, und dementsprechend schnell hatte ich auch mein „dominantes Auge gefunden“ – was mir davor ganz und gar nicht bewusst war!

Das Erlernen des Bewegungsablaufes

Zu beachten war dabei ziemlich viel!

Klar war sofort: Die Vorstellung, wie Robin Hood sofort einen Pfeil zu spalten, oder wie Legolas in „Herr der Ringe“ in spektakulären Sprüngen zielsicher das Ziel zu treffen – davon ist die Realität weit entfernt.

Wir begannen ganz ruhig, im Stand, in dem wir uns seitlich parallel zur Schusslinie aufstellten, der eine Fuß darüber, der andere hinter der Linie.

Der richtige Stand

Den Bogen halte ich (als Rechtshänder) in der linken Hand, den Arm ziemlich gestreckt. Zu beachten ist, dass der Unterarm leicht ausgedreht werden sollte, damit die Bogensehne ungehindert vorbeifliegen kann und keinen Bluterguss am Unterarm verursacht. Ebenso muss darauf geachtet werden, dass die vordere Schulter nicht instabil mit hoch geht, sondern mit der hinteren Schulter ruhig auf einer Ebene bleibt.

Die Sehne wird mit drei Fingern (Zeige-, Mittel-, Ringfinger) beim ersten Fingerglied gegriffen, Daumen und Kleiner Finger zusammengeführt.

Anschließend wird die Sehne gespannt – dies bis zum Kinn. Hier ist zu beachten, dass die Finger unter dem Kinn anliegen, sodass man es auch spürt – Manche haben die Angewohnheit, noch weiter zurückziehen zu wollen, was aber gar nicht nötig ist.

Ellbogen hoch, Finger zum Kinn!

Der Widerstand des Bogens war überraschend stark – Natürlich gibt es Bögen in verschiedenen Stärken, die in unterschiedlichen Klassen der Zugkraft angegeben werden. Ich, der Stärke meiner Muskeln bewusst, und ob meines guten Trainingszustandes zuversichtlich, schnappte mir sogleich einen der stärkeren Bögen (gelb), mit der Zugkraft 12 kg.

Das Ding war beim ersten Versuch ziemlich schwer zu bändigen!

Trotz meiner Kraft war es anfangs nicht leicht, den Bogen unter Kontrolle zu bringen. Das Schwierige war dabei, einerseits den Bogen zu spannen und die Kraft aufzubauen, andererseits diese Spannung zu halten, während man das Ziel anvisierte.

Ebenso musste darauf geachtet werden, den Zug der Sehne nicht aus dem Bizeps erfolgen zu lassen, als vielmehr den Ellbogen hoch nach hinten zu ziehen und die Spannung aus der Rückenmuskulatur erfolgen zu lassen, was bei vielen Anfängern im Bogenschießen meist der limitierende Faktor ist.

Nach einigen Zugversuchen wurde schließlich der Pfeil eingelegt – und dann losgelassen.

Hier ist zu beachten, dass die Abzugsfinger nicht hektisch nach hinten, oder auf die Seite gerissen werden, und die Flugbahn damit im letzten Moment noch deutlich gestört werden kann, als vielmehr entspannt die eigene Wange entlang zurück streichen und die Finger dabei entspannt werden, wodurch die Sehne losgelassen wird.

…und loslassen

Der Trainer machte uns darauf aufmerksam, dass hier großes Fehlerpotential liegt und es die meisten Leute falsch machen. Auch ich merkte sofort, wann ich die Technik richtig anwendete, und wann nicht. So landeten die Pfeile manchmal außerhalb der Scheibe – manchmal aber schon auch in der anvisierten goldenen Mitte! (In dem Moment fühlte ich mich doch wie der nächste Robin Hood! 😉 )

Ich merkte sofort, wie die Anspannung etwas stieg, sobald ich den massiven Bogen und den eleganten, aber sehr spitzen Pfeil in die Hand genommen hatte. Langsam baute sich der Widerstand auf, als ich den Arm streckte, die Muskeln anspannte und die Sehne nach hinten zog. Leicht zitternd zielte ich durch das kleine Visier die goldene Mitte an – und ließ los!

Pffffppp.

Goldene Mitte. Ebenso stolz, wie ungläubig ließ ich den Bogen leicht sinken und starrte auf den Pfeil, der vibrierend in der Mitte des Ziels steckte und durch die viele Energie noch leicht federte.

In die goldene Mitte!

Zufrieden atmete ich tief wieder ein, und freute mich über diesen Erfolg bereits in der ersten Einheit des Bogenschießens.

Fazit     

Bogenschießen ist anfangs nicht wirklich leicht – dies gilt wohl aber für so ziemlich jede andere Sportart, die man neu startet. Ich finde es faszinierend, Kraft gleichzeitig mit Ruhe zu verbinden und die Konzentration aufzubauen, die erforderlich ist, um das Ziel zu treffen.

Die erste Einheit war damit – trotz strömenden Regens – ein voller Erfolg, und ich freue mich nun schon auf die nächsten Einheiten, wo ich die Technik weiter verbessern werde – und damit die goldene Mitte noch öfter treffe! 😉

Warst Du schon mal Bogenschießen? Wie ist es dir ergangen?

Bis zum nächsten Mal,

Dein Niko

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