„Austria 2026“ – Olympische Spiele in Graz?

„Austria 2026“ – Olympische Spiele in Graz?

Es war ein ziemlich großer Knall, als letzte Woche bekanntgeben wurde, dass sich Graz mit den anderen, steirischen Regionen und Gemeinden als gemeinsamer Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026 bewerben möchte. Ich denke, dass dies eine großartige Idee ist und viele Chancen bietet – aus den folgenden Gründen.

  • Stärkung des Wertes „Sport“

Ein internationales Event in dieser Größenordnung genießt enorme Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und den Medien. Der Olympische Geist steht im Mittelpunkt, Millionen Menschen aller Altersgruppen fiebern begeistert mit den wagemutigen Athleten auf dem Weg zum Sieg mit.

Nachdem man von Medien meist nur Negativschlagzeilen gewohnt ist, stellt sich somit eine großartige Möglichkeit dar, den Fokus wieder vermehrt auf positive Geschehnisse zu richten, etwa sportliche Tugenden, Teamgeist oder Inspiration.

Ich denke, dass dies besonders für Kinder sehr wertvoll ist, kann man diese doch dabei beobachten, wie sie begeistert für ihre „Helden“ und Vorbilder mitfiebern und sich vorstellen, selbst einmal eine Karriere als erfolgreicher Athlet einzuschlagen, etwa der „nächste Marcel Hirscher“ zu werden. 

Ich bin davon überzeugt, dass eine Vermittlung solcher Werte essentiell ist – umso mehr, als dass durch die oberflächliche Berichterstattung und großteils „Scheinwelt“ der Sozialen Medien meist komplett konträre Sichtweisen vermittelt werden.

Beim Sport passiert dies ganz spielerisch. Dabei muss gar nicht der unbedingte Siegeswille im Vordergrund stehen, als der olympische Gedanke: „Dabeisein ist alles“. Und die Sportler mit ihrer unbändigen Leidenschaft, großartigem Teamgeist ihre Mitmenschen mit Begeisterung anstecken und mitreißen können.

Ein Großevent wie Olypmia bietet dafür eine großartige Chance, die es meiner Meinung nach dafür zu nutzen gilt.

Eine gute Möglichkeit, Kinder zu begeistern
  • Stärkung der Stadt als Standort

Neben dem Sport, der durch das internationale Spotlight große Aufmerksamkeit bekommt, sind es wohl auch die Austragungsorte, die eine großartige Chance bekommen, sich als toller Gastgeber zu profilieren.

Nach den Special Olympics, die letztes Jahr 2017 bereits erfolgreich hier stattgefunden haben, verwundert es wohl schon weniger, dass Graz, Schladming und andere Regionen sich nun selbstbewusst um die Austragung eines noch größeren Events bewerben. Olympia ist damit der nächste, logische Schritt.

Natürlich gehen mit dem Sport andere, etwa wirtschaftliche und kulturelle Interessen einher, die großartige Chancen bieten. Neben den internationalen Touristen, die man als Gastgeber durch guten Eindruck zu häufigeren Besuchen in die Regionen zu binden versucht, wird die Austragung auch vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit einem Zuschuss von ca. einer Milliarde Dollar mitfinanziert, die etwa zur weiteren Verbesserung der Infrastruktur verwendet werden kann.

Als begeisterter Sportler selbst habe ich in den letzten Monaten und Jahren bereits freudig gemerkt, dass Sport in der Stadt offenbar stetig einen größeren Stellenwert zugeschrieben bekommt. Dies äußerte sich etwa durch die Errichtung mehrerer Street Workout Parks für das Training an unterschiedlichen Stellen der Stadt (hier und hier), als auch durch Errichtung und Förderung anderer sportlicher Anlagen (etwa die BlueBox in meiner ehem. Schule HIB Liebenau) uvm.

Auch die zahlreichen Events und Läufe, die jährlich hier stattfinden, können keinesfalls kleingeredet werden – vom altbekannten Graz Marathon, zum City Run, Ladies Run, Grazathlon, Zombie Run, Business Run, zum Tag des Sports, dem City Skating – & Biking gibt es für alle Altersgruppen tolle Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen.

Ich denke, dass die Austragung eines Großevents wie der Olympischen Spiele diese positive Entwicklung noch verstärken und den Sportgeist in der Stadt weiter fördern würde.

  • Chance für die Vereine

Weiterblickend sehe ich auch eine große Chance für die zahlreichen Vereine, die es in Graz gibt. Dieser Vielfalt war ich mir lange selbst nicht bewusst, bis ich am Tag des Sports die Möglichkeit hatte, durch direktes Ausprobieren die  jeweiligen Sportarten kennenzulernen.

Viele davon stellen nach meinem Begriff „Randsportarten“ dar (nicht negativ gemeint, bloß im Vergleich zu den großen Volkssportarten wie Fußball, Skifahren, Laufen, etc.). Ich war begeistert von der Leidenschaft, die quer durch die Bank zu spüren war, wiederum hinweg durch alle Altersklassen.

Allerdings merkte ich auch, dass einige Vereine recht klein sind und durchaus auch ein paar neue Mitglieder aufnehmen könnten.

Ich glaube, dass es diese Vereine durch die erwähnte Stärkung des Wertes „Sport“, durch den größeren Fokus der Menschen schaffen könnten, auf sich aufmerksam zu machen – und wiederum neue Mitglieder zu gewinnen, Menschen für den Sport zu begeistern.

Eine Chance für die vielen Vereine in Graz
  • Sport als sozialer Faktor

Neben den erwähnten Vorteilen denke ich weiters, dass ein Großereignis wie Olympia in der Lage ist, auch als sozialer Faktor zu wirken. Einerseits denke ich dabei an andere, bereits erfolgte Großveranstaltungen, wie die Fanmeilen bei den Fußball Weltmeisterschaften, wo tausende Menschen zusammenkamen.

Viele von uns nehmen sich im Alltag häufig keine Zeit dafür, stressen sich, weil sie „soviel zu tun“ haben und vernachlässigen dafür manchmal ihre sozialen Kontakte. Bei den Fanmeilen war es toll zu beobachten, wie die Menschen zusammentrafen und dann auch schnell miteinander ins Gespräch kamen, weil gemeinsame Interessen vorhanden waren, die dies erleichterten. Ähnliches kann ich mir bei einer Übertragung zB der Ski Abfahrt in Schladming vorstellen.

Ein weiterer sozialer Faktor, den Sport einbringen kann, ist die gegenseitige Toleranz bzw. Akzeptanz. In der Politik hört man viel von „gescheiterter Integration“ – gerade beim Sport bin ich der Meinung, dass diese gemeinsamen Interessen aber schnell verbinden und „Unterschiede“ bzw. Vorurteile überwunden werden.    

Dies umso mehr bei Olympia als internationalem Großevent. Denkt etwa nur an die politischen Spannungen zwischen Nord- & Südkorea – nun aber wurde angekündigt, dass es zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang ein gemeinsames Eishockeyteam geben werde. Ich hoffe, dass dahinter mehr steckt, als bloße Publicity, denke aber, dass ein solcher Ansatz gut geeignet ist, gegenseitige Akzeptanz zu fördern und schließlich zu verbinden.

 

Fazit

Ihr seht, dass es einige Gründe gibt, warum ich glaube, dass die Bewerbung von Graz, Schladming und anderen steirischen Regionen für die Olympischen Winterspiele 2026 eine großartige Idee ist. Die Stärkung des Sports als Wert, die Vorbildwirkung für Kinder, die bessere Bekanntheit und Ausbau der Regionen, sowie die gegenseitige soziale Unterstützung und Integrationsmöglichkeiten sind für mich Gründe, die absolut für die Bewerbung sprechen. Nach Austragung der Special Olympics 2017 bin ich der Meinung, dass Graz als „Hosting City“ gut dafür geeignet ist und den nächsten, logischen Schritt wagen sollte, von dem der Sport in der Stadt selbst auch wieder profitieren wird.

„Dabeisein ist alles.“ – Wie siehst du das?

Ich bin auf deine Meinung gespannt und freue mich, von dir zu hören.

Bis zum nächsten Mal,

euer Niko


Über den Autor

Niko ist bei Blog Acht Null unser Blogger für Sport in Graz – neben seinem Jus Studium beschäftigt er sich weiters mit Persönlichkeitsentwicklung, Mentaltraining & persönlichem Wachstum und berichtet dabei auf seinem Blog über seine Erfahrungen in Studium, Sport & Persönlichkeitsentwicklung.

http://www.julianclauskoch.com/
Bis zum nächsten Mal! (Bild: http://www.julianclauskoch.com/)
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