Backhendl

Backhendl

Jaja, viele werden jetzt denken: Wofür soll ich denn bei einem Backhendl ein Rezept brauchen? Da gebe ich euch ja recht, aber viele Leute kennen kein Backhendl, so wie es bei uns in der Steiermark gegessen wird. Ich kann mich noch an den Abend erinnern, als ich meiner italienischen Gastfamilie dieses Gericht zubereitet habe und sie total aus dem Häuschen waren. In dieser Art wird Huhn nicht in vielen Ländern zubereitet und mit einem Salat mit Kernöl abgemacht ist dieses Gericht einfach der Hit.

Was ist nun also zu beachten bei einem richtigen steirischen Backhendl? Eigentlich nicht viel. Bei uns zuhause wird dem Huhn immer die Haut abgezogen, um es zu panieren, außer Flügerl selbstverständlich. Meine Mama hat das schon immer so gemacht und ihre Mutter davor auch und deren Mutter.. und so weiter und so fort. Wer es sehr mager mag, der greift hier eher auf die Hühnerbrust zurück. Wer so ist wie ich, kauft sich ein ganzes Huhn und schneidet es in Stücke. Das ist zwar mehr Arbeit, aber garantiert dann eben auch, dass alles dabei ist. Und ich mag wirklich jedes Teil vom Huhn.

Dieses Gericht ist außerdem perfekt vorzubereiten und es dann später oder am Tag danach heraus zu backen. Das einzige zu beachtende Detail hier ist eigentlich nur die Temperatur des Fettes, aus dem man das Huhn dann backt. Los geht´s. Die Zutatenliste fällt heute eher kurz aus. 😉

Zutaten:

Hühnerteile, je nach Gästeanzahl (bei mir bunt durchgemischt)
Mehl
Eier
Semmelbrösel
Salz
Sonnenblumenöl zum Backen (da braucht ihr schon einmal 2l)
Zitrone nach Geschmack (viele mögen das nicht, ich liebe es)
Beilage nach Wahl (bei uns meist Reis)

Die Vorbereitung ist hier denkbar einfach. Zuerst befreie ich alle Hühnerteile, außer der Flügel, von der Haut. Das benötigt einiger Kraft und eines scharfen Messers. Wer diesen Schritt für unnötig hält oder einfach keine Zeit dafür hat, kann diesen Schritt überspringen. Das Huhn schmeckt auch mit Haut hervorragend. Danach werden alle Hühnerteile gewaschen und trocken getupft. Im Anschluss kann es auch schon ans Würzen gehen und das fällt bei mir wirklich simpel aus, nämlich beschränke ich mich hier nur auf Salz. Kein Pfeffer und auch keine anderen Gewürze. Nur Salz. Davon nicht zu viel und nicht zu wenig, aber dieses Gespür bekommt man schon. 😉

Jetzt können wir uns auch noch der Panier widmen. Dafür werden drei Schüsseln vorbereitet. Eine wird dann mit Mehl gefüllt, eine mit verquirlten Eiern und eine mit Semmelbröseln. Die Schüsseln sollten einen ausreichend hohen Rand haben, glaubt mir, so gibt es danach weniger zu putzen und die Arbeit macht so auch mehr Spaß. Dann wird das gewaschene und gewürzte Huhn zuerst in das Mehl, um im Anschluss ein Bad in den Eiern zu nehmen. Abgeschlossen wird das Ganze dann mit Semmelbröseln und dann sind die Teile auch schon fertig. Beim Herausbacken muss man dann nur noch darauf achten, dass das Fett nicht zu heiß wird. Am Besten eher mittig halten beim Ofen. Außerdem sollte das Fett in eine hohe Pfanne gegeben werden, da es bis zur Hälfte im Fett schwimmen sollte. Das klingt jetzt vielleicht nicht sonderlich appetitlich. ^^ Ein weiterer Tipp: Unterkeulen, Oberkeulen und Brüste (hihi) müssen ca. für 20 Minuten im Öl bleiben, also 10 Minuten pro Seite, damit sie auch wirklich durch sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sie lieber 25 Minuten im Fett. Flügerl sind dagegen in gut 10 Minuten fertig und durch. Nur noch gut abtropfen lassen, und zwar auf einem Küchenpapier.

Bei uns zuhause gibt es als Beilage immer Reis, stinknormalen, weißen Reis. Dazu eine Variation an Salaten, natürlich mit viel Kürbiskernöl. 😉 Bis ihr alle Teile des Huhns gebacken habt, könnt ihr die fertigen Teile im Ofen warm halten. Jedoch bleiben bei kleinen Mengen die fertigen Teile lange genug warm, denn man glaubt ja gar nicht wie heiß etwas wird, dass im Fett gebacken wurde.

Somit wünsche ich euch noch einen guten Appetit und bis zum nächsten Mal. 🙂


Über die Autorin

Nach ihrem abgeschlossenen Innovationsmanagementstudium ist Jenny noch auf der Suche ihres weiteren Lebensweges. Was jetzt aber schon sicher ist: ihre Liebe zu Essen, Kochen und Backen hat sie vor Jahren entdeckt und wird sie auch nie wieder verlieren. Was also auch aus ihr werden wird? Sie weiß es noch nicht so genau. Bis sie das weiß, schreibt sie über Essen. 😉

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