Wasserstoff-Limo: Revolution in Grün

Wasserstoff-Limo: Revolution in Grün

AUTOZUKUNFT. Mit dem Toyota Mirai fährt man in ein neues Autozeitalter: Mit Wasserstoff im Tank ist die futuristische Limousine eine Sensation.

Unterwegs mit einem Wasserstoffauto, bin ich, was die Umweltbelastung betrifft, absolut auf der richtigen Seite. Grüner geht nicht. Der Toyota Mirai, den ich aus dem Grazer Autohaus Toyota Gady holte, ist ein Hammer. Das Auto funktioniert ähnlich wie ein Hybrid-Fahrzeug, nur dass der Verbrennungsmotor durch eine Brennstoffzellen-Einheit und der Kraftstofftank durch einen Wasserstofftank ersetzt wird. Das Auto im hellblauen H2O-Look wird nicht mit Benzin, sondern mit Wasserstoff betrieben. Die dafür erforderlichen Behälter sind unter dem Passagierraum platziert. Kurz erklärt, wie das Ganze funktioniert: Sauerstoff aus der Luft tritt durch die Lüftungsschlitze des Mairai, Wasserstoff wird zur Brennstoffzelleneinheit geleitet, Strom und Wasser werden durch eine chemische Reaktion generiert. Der Strom treibt den Elektromotor an, der E-Motor wiederum treibt das Fahrzeug an. Klingt kompliziert, funktioniert klaglos.

Langstrecken-Limo
Es ist das Auto, von dem Fahrer von Batterie-Elektroautos träumen. In drei Minuten etwa ist der Tank mit Wasserstoff gefüllt und die Reichweite beträgt bis zu mehr als 400 Kilometer.
Genug von der Technik. Los gehts. Nach dem Druck auf den Startknopf braucht man nur zu warten, bis am Display, übrigens in einem coolen Design verpackt, „Ready“ aufscheint und die Limousine fahrbereit ist.
Geräuschlos gleite ich durch die Straßen von Graz, geradezu wie auf einem fliegenden Teppich. Der Wagen fährt sich wie eine ganz normale Limousine. Er liegt gut in der Hand, ich fühle mich als Fahrer im Cockpit augenblicklich sehr wohl. Es dauert ein wenig, bis man all die Funktionen, die man da am Lenkrad und am 4,2-Zoll-Touchscreen verwenden kann, heraus hat.

Was mir sofort auffällt, ist die kraftvolle Beschleunigung, die einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 9,6 Sekunden ermöglicht. An Spitze erreicht der Toyota Mirai rund 180 km/h. Mirai heißt auf Japanisch Hoffnung, und Hoffnung für eine umweltfreundliche Autowelt ist die Limousine auf jeden Fall.
Für den Autofahrer ist der Toyota Mirai, was den Fahrbetrieb betrifft, kostengünstig. Die offiziell angegebenen 0,76 Kilo Wasserstoff auf 100 Kilometer sind, wenn man ordentlich Gas gibt, schwer zu erreichen. Man darf eher von einem Kilo Wasserstoff auf 100 km ausgehen. Das kostet dann zwischen acht und neun Euro. Da der Anschaffungspreis noch absolut kein Schnäppchen ist, Graz erst eine einzige Wasserstofftankstelle hat und es gesamt in Österreich erst vier gibt, wird es bis zur Massentauglichkeit noch dauern. „Ich habe die Zukunft des Rock’n’Roll gesehen. Sie heißt Bruce Springsteen“, jubelte einst ein Journalist, als er den US-Star zum ersten Mal hörte. „Ich bin die Zukunft der Autowelt gefahren und die heißt Toyota Mairai.“ Applaus, Applaus!

Brennstoffzellen-Stack: Leistung 155 PS (114 kW), Typ Polymer-Elek­trolyt, Reihenschaltung
Batterie: Nickel Metal Hybrid, Kapazität 1,6 kWh, Reihenschaltung
Antrieb: Frontantrieb
Motor-Generator: Permanent erregter Synchronmotor, Leistung 154 PS (113 kw), Beschleunigung 0-100 km/h 9,6 Sekunden, Spitze 178 km/h
Kraftstoffverbrauch: Kombiniert 0,76 kg/100 km, Tankkapazität ca. fünf Kilo Wasserstoff
Abmessungen: Länge 4,89 Meter, Breite 1,81 Meter, Höhe 1,53 Meter, Eigengewicht 1850 Kilo, Radstand 2780 mm, Gepäckraum-Kapazität 361 Liter.
Preis: 79.900 Euro
Autohaus: Toyota Gady, Graz , Liebenauer Hauptstraße 64, Telefonnummer 0316 47 13 33, www.gady.at

 

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